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180 Jahre bis zum Aufstieg

In Deutschland sind die Aufstiegschancen für Kinder aus armen Familien immer noch geringer als in vielen anderen Industrieländern. Das belegt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Demnach kann es hierzulande bis zu sechs Generationen oder 180 Jahre dauern, bis Nachkommen einer einkommensschwachen Familie das Durchschnittseinkommen erreichen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das deutsche Bildungssystem.

Genauso schlecht stehen die Chancen in Frankreich und Chile. Noch länger dauert der Aufstieg nur in Brasilien und Südafrika (neun Generationen) und in Kolumbien (elf Generationen). Am besten schneidet Dänemark (zwei Generationen) ab, gefolgt von Norwegen, Finnland und Schweden (drei Generationen).

Soziale Mobilität hat abgenommen

In den meisten OECD-Ländern gebe es praktisch keine „soziale Mobilität“ mehr, lautet das Fazit der Studie. Einkommen, Beruf und Bildungsniveau würden weitergegeben. So haben in Deutschland 42 Prozent der Kinder von Geringverdienern selbst einen niedrigen Verdienst. Nur neun Prozent von ihnen gelangen in die höchste Verdienstgruppe. 53 Prozent der Kinder, deren Eltern einen höheren Abschluss haben, folgen diesen nach. Das schaffen nur elf Prozent der Kinder mit niedrig gebildeten Eltern. Fast jedes zweite Kind einer Führungskraft führt später selbst, hingegen nur eins von vier Kindern aus Arbeiterfamilien.

Der Studie zufolge verringern unter anderem der Kitaplätze-Mangel für Kinder unter drei Jahren, fehlende Ganztagsschulen und die frühe Trennung im mehrgliedrigen Schulsystem die Chancen für Kinder aus bescheidenen Verhältnissen, eventuelle Bildungsrückstände aufzuholen.