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Pressemitteilung vom 26.09.2005

SoVD lehnt aktive Sterbehilfe ab

Zur Gründung von Dignitas in Deutschland erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

 

Der Schweizer Verein Dignitas will künftig auch in Deutschland Menschen beraten, wie sie ihrem Leben ein Ende setzen können. Menschen, die Selbstmord begehen wollen, soll eine Reise in die Schweiz vermittelt werden, wo der Verein aktive Hilfe zum Suizid leistet.

 

Aus ethischen Gründen lehnen wir eine derartige Unterstützung zum Selbstmord ab. Wir warnen vor der Gefahr, dass damit die Grenzen zur aktiven Sterbehilfe aufgeweicht werden. Es gibt Schranken, die nicht fallen dürfen. Der Sozialverband Deutschland lehnt aktive Sterbehilfe entschieden ab.

 

Wir müssen uns stattdessen fragen, welche Unterstützung unsere Gesellschaft für schwerkranke Menschen bereithält. Wir wollen, dass Schwerkranke die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten und ihre Schmerzen gelindert werden. Wir brauchen daher den Ausbau der Palliativmedizin und einen Ausbau von Hospizen, in denen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet werden.

Menschen mit psychischen Erkrankungen müssen bei der Bewältigung ihrer Probleme unterstützt werden. Wir wollen keine Unterstützung zum Tod, sondern eine Unterstützung zum Leben.

 

Wir fordern die Aufsichtsbehörden auf, die Vereinsgründung und die Aktivitäten von Dignitas eingehend zu prüfen.

 

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden