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Pressemitteilung vom 07.03.2005

SoVD fordert: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sichern

Brigitte Pathe, Sprecherin der Frauen im SoVD, erklärt zum Internationalen Frauentag am 8. März:

 

Frauen tragen die Hauptlast der Pflege in unserer Gesellschaft. Drei Viertel aller pflegebedürftigen Menschen wird zu Hause gepflegt. Die Pflege wird zu 80 Prozent von Frauen geleistet. Dabei übernehmen Ehefrauen, Partnerinnen, Töchter, Schwiegertöchter und Enkelinnen eine wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 80 Stunden für die Pflege ihrer Angehörigen. Für die Frauen ist dies mit großen Einschränkungen im Beruf und in der persönlichen Lebensgestaltung verbunden. Nicht wenige werden aufgrund der hohen psychischen und physischen Belastung schließlich selbst krank.

 

Die Pflegebereitschaft in Deutschland ist hoch ? und der volkswirtschaftliche Nutzen ist es auch. Wer vor diesem Hintergrund die ambulante und häusliche Pflege in Deutschland stärken will, steht gleichzeitig in der Verantwortung, pflegende Angehörige zu entlasten und zu unterstützen.

 

Eine Reform der Pflegeversicherung, die die ambulante und häusliche Pflege stärkt, ist daher überfällig. Wir brauchen die nachhaltige Entwicklung von neuen Versorgungs- und Betreuungsformen sowie die entsprechende Ausrichtung von Pflegeleistungen. Pflegende Angehörige brauchen die gesellschaftliche Unterstützung und Anerkennung. Weitere Maßnahmen für eine bessere soziale Absicherung von pflegenden Angehörigen sind dringend erforderlich. Wir brauchen Konzepte, die die Vereinbarkeit mit einer Berufstätigkeit oder den Wiedereinstieg in den Beruf ähnlich wie nach einer Familienzeit erleichtern.

 

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden