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Pressemitteilung vom 21.1.2005

SoVD: Kritik der Wirtschaft am Antidiskriminierungsgesetz ist unbegründet

SoVD-Präsident Adolf Bauer erklärt:

 

Das Antidiskriminierungsgesetz ist ein klares Signal an die Gesellschaft, dass Diskriminierung nicht akzeptabel ist. Mit dem Gesetz wird der Schutz vor Diskriminierung im Arbeits- und Zivilrecht verankert. Niemand darf wegen seiner Behinderung, seines Alters, seines Geschlechts, seiner ethnischen Herkunft, seiner sexuellen Identität oder seiner Religionszugehörigkeit benachteiligt werden.

 

Wir begrüßen ausdrücklich, dass der rot-grüne Gesetzentwurf über die in den EU-Richtlinien vorgeschriebenen Regelungen hinausgeht. Dadurch wurden auch behinderte Menschen in das Antidiskriminierungsgesetz einbezogen, obwohl sie in der Antirassismusrichtlinie der EU nicht berücksichtigt wurden. Dabei erfahren gerade behinderte Menschen noch vielfach gesellschaftliche Diskriminierung.

 

Die Kritik der Arbeitgeberverbände am Antidiskriminierungsgesetz ist völlig unbegründet und rein ideologisch motiviert. Es sollte für Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sein, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie auch Kundinnen und Kunden nicht zu diskriminieren. Viele Firmen haben schon vor Jahren Diversity-Programme entwickelt, die eine vielfältige Zusammensetzung der Belegschaft als Potential für das Unternehmen begreifen.

 

Wir würden es begrüßen, wenn sich die Arbeitgeberverbände für einen weiteren Abbau bestehender Benachteiligungen von Frauen, Behinderten und älteren Arbeitnehmern in der Arbeitswelt engagieren würden.

 

Gesetze entfalten ihre Wirkung nicht von allein. Das gesellschaftliche Bewusstsein, dass Diskriminierung nicht akzeptabel ist und nicht hingenommen wird, muss weiterhin gestärkt werden.

 

V.i.S.d.P.: Dorothee Winden