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"Zusätzliche Fachkräfte sind unverzichtbar"

Gleich drei Bundesministerien stellten Ende Januar in Berlin Resultate der „Konzertierten Aktion Pflege“ vor. Dass dabei zunächst vor allem die Aus- und Weiterbildung gefördert werden soll, begrüßte der SoVD ausdrücklich. Verbandspräsident Adolf Bauer warnte jedoch davor, die Kosten hierfür auf dem Rücken der Pflegebedürftigen abzuladen.

Während die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland weiter steigt, sind fast 40.000 Stellen im Bereich der Pflege nicht besetzt. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung darauf mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ reagiert. Gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stellte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nun die geplanten Maßnahmen vor.

Zusätzliches Personal wird dringend benötigt

An erster Stelle stehen laut Giffey Verbesserungen bei der  Aus- und Weiterbildung. So soll etwa bis 2023 die Zahl der Azubis um zehn Prozent steigen. Zusätzlich wolle die Bundesregierung 5.000 Weiterbildungsplätze schaffen und mit einer bundesweiten Öffentlichkeitskampagne für den Pflegeberuf werben.

Der SoVD bewertete die Vorstellung der ersten Ergebnisse der „Konzertierten Aktion Pflege“ als grundsätzlich positiv. SoVD-Präsident Adolf Bauer sagte, es sei sehr zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Attraktivität der Pflegeberufe durch Verbesserungen in der Ausbildung ankurbeln wolle. Bauer zeigte sich überzeugt, dass zusätzliche Fachkräfte unverzichtbar seien, um die Personalnot in der Pflege spürbar zu  lindern.

Verbesserungen müssen solidarisch finanziert werden

Bezogen auf die Finanzierung der geplanten Maßnahmen erinnerte der SoVD-Präsident die Politik an ihre Verantwortung. Bauer warnte davor, die Kosten auf die Pflegebedürftigen oder deren Familien abzuwälzen. Dies gelte insbesondere mit Blick auf das hohe Armutsrisiko, das schon heute vielen Betroffenen zum Verhängnis werde. „Ziel muss es sein“, so Bauer, „die solidarische Pflegeversicherung zukunftsfest zu gestalten, unter Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Versicherten. Das ist mit einer Bürgerversicherung zu erreichen.“

 

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