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Chronik ist Abbild deutscher Geschichte

Genau vor einem Jahr bildete ein großer Festakt den Auftakt zu den Feierlichkeiten und Aktionen, mit denen der SoVD ein Jahr lang sein großes Jubiläum feierte. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und befreundeter Verbände würdigte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel das 100-jährige Wirken unseres Verbandes. Der SoVD geht aus der am 23. Mai 1917 als „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ gegründeten Selbsthilfeorganisation hervor. Im Geburtsmonat eines ihrer Gründerväter, Erich Kuttner (1887–1942), wurde jetzt die komplette Chronik aus 100 Jahren Verbandsgeschichte veröffentlicht. Sie zeigt einen Teil der deutschen Geschichte.

Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges mit Millionen Kriegstoten und über 700 000 schwerverwundeten, dienstunfähigen Militärangehörigen initiierte der 29-jährige „Vorwärts“-Redakteur Erich Kuttner die Gründung einer unabhängigen Organisation.Der studierte Jurist handelte aus eigener leidvoller Erfahrung.Am 27. Mai 1887 in Berlin geboren, hatte sich der Sozialdemokrat 1915 freiwillig für den Kriegseinsatz gemeldet. 1916 wurde er vor Verdun schwer verletzt und musste viele Monate im Lazarett verbringen.

Gründung am 23. Mai 1917

Angesichts der völlig unzureichenden Versorgung der Kriegsgeschädigten und ihrer Hinterbliebenen reifte in ihm der Gedanke einer Selbstorganisation Betroffener. Diese wurde mit 31 weiteren Teilnehmern am 23. Mai 1917 unter dem Namen „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ in Berlin gegründet. Erich Kuttner wurde als Bundesvorsitzender gewählt. Das erste Programm forderte unter anderem einen Beschäftigungszwang zugunsten Schwerbeschädigter, eine Reform des Militärrentenwesens und eine Politik, die Kriege verhindert.

Die Chronik dokumentiert unter anderem „ständige Auseinandersetzungen mit den Behörden und dem Militär“ sowie zeitweise der Zensur von Veröffentlichungen und ein Mitgliederwerbeverbot. Sogar ein Betätigungsverbot wurde ihm erteilt. 1933 flüchtete Kuttner, der Jude war, nach Holland, wo man ihn nach einem zwischenzeitlichen Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg im Jahr 1942 verhaftete. Am 6. Oktober 1942 wurde Erich Kuttner im KZ Mauthausen ermordet.

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Die 180-seitigige Chronik greift auch die Inhalte der bereits erschienenen Bände in verkürzter Form auf. Die SoVD-Geschichte ab den 1950er-Jahren bis zum Jubiläumsjahr 2017 ist umfassend und mit vielen Fotos dargestellt. Schwierige Etappen wurden dabei nicht ausgespart. Ein Ausblick auf aktuelle und künftige sozialpolitische Herausforderungen vervollständigt das Werk. Die Chronik kann zum Preis von drei Euro zuzüglich der Versandkosten über die E-Mail-Adresse: materialbestellung(at)sovd.de bestellt werden.