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Pressemitteilung vom 23.08.2004

SoVD: Zahnersatz muss Kassenleistung bleiben

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Adolf Bauer fordert die Ministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung Ulla Schmidt auf, auf die Vorschläge aus den Reihen der CDU und CSU einzugehen und den Zahnersatz im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu belassen.

 

"Die Versicherten sind durch die Gesundheitsreform schon über Gebühr belastet worden. Die milliardenhohen Überschüsse der Krankenkassen in der ersten Hälfte des Jahres 2004 gehen maßgeblich zurück auf die hohen finanziellen Eigenbeteiligungen der Patienten im Krankheitsfall. Einen zusätzlichen Beitrag von den Versicherten für eine Zahnersatzversicherung zu verlangen, lehnen wir daher strikt ab."

 

Darüber hinaus sei es unsinnig, auf der einen Seite niedrige Kassenbeiträge zum Ziel zu haben, auf der anderen Seite aber mit einem hohen bürokratischen Aufwand zusätzliche Beiträge für eine Zahnersatz-Zusatzversicherung zu erheben.

 

Weiterhin wies Bauer darauf hin, dass Personen mit sehr geringem Einkommen die Leistungen einer zusätzlichen Zahnersatzversicherung voraussichtlich gar nicht in Anspruch nehmen können. Schließlich müsse im Versicherungsfall ein hoher Eigenanteil zu den Zahnersatzkosten aufgebracht werden. "Wer nur wenige hundert EURO im Monat für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung hat, kann sich eine Brücke, zu der ca. 700,- EURO zugezahlt werden müssen, überhaupt nicht leisten. Wir halten eine Zwangsversicherung außerhalb der solidarischen Krankenversicherung, deren Leistung nicht jeder in Anspruch nehmen kann, verfassungsrechtlich für äußerst bedenklich", so Bauer.

 

V.i.S.d.P.: Gabriele Hesseken