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Einsamkeit begünstigt Sterblichkeit und Demenz

In Großbritannien gibt es seit einigen Wochen einen Regierungsposten gegen Einsamkeit. Nach Regierungsangaben fühlen sich dort mehr als neun Millionen Menschen isoliert. Etwa 200 000 Senioren hätten höchstens einmal im Monat ein Gespräch mit einem Freund oder mit Verwandten. Einsamkeit wird auch in Deutschland mit einer deutlich höheren Sterblichkeit von Menschen vor allem über 60 Jahren in Verbindung gebracht. Seit Langem ist zudem bekannt, dass einsame Menschen viel häufiger an Demenz erkranken.

So werden auch hierzulande Stimmen von verschiedenen Organisationen, darunter dem SoVD, sowie Parteien laut, die eine politische Zuständigkeit für das Thema und die gesamtgesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen zunehmender Einsamkeit fordern. Ziel soll es dabei vor allem sein, neue Konzepte und Programme gegen die Vereinsamung und Isolation von Menschen zu erarbeiten.
Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fordert mehr politisches und gesellschaftliches Engagement gegen Einsamkeit. „Wir brauchen ein Bündnis aus Politik und gesellschaftlichen Gruppen, wie Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen“, so Lilie in entsprechenden Interviews. Er sagte, Politik müsse mehr tun, um Einsamkeit vorzubeugen. Denn auch Armut und Vereinsamung hingen klar zusammen.

Jeder Fünfte über 85 fühlt sich einsam

Auch eine Studie der Ruhr-Universität Bochum zeigte vor Kurzem auf, dass sich in Deutschland jeder Fünfte über 85 einsam fühlt. Bei den 45- bis 65-Jährigen ist es nach Medienberichten  jeder Siebte. „Es gibt keine Altersgruppe, in der sich Menschen nicht einsam fühlen“, so die bittere Kernaussage der Studie. Aber besonders ältere und kranke Menschen, die kaum noch ihr Zuhause verlassen könnten, sind betroffen – ein Teufelskreis. Denn soziale Isolation kann Krankheiten wie Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.
SoVD-Präsident Adolf Bauer sagte, oft wüssten die Betroffenen einfach nicht mehr weiter. „Damit sich das ändert, muss die Bundesregierung das Thema Einsamkeit auf die Agenda setzen.“

SoVD-Motto: "Gemeinsam statt einsam"

Der SoVD ist Deutschlands ältester Sozialverband, der sich als eine der größten Interessenvertretungen für benachteiligte Menschen starkmacht. Bewusst werden in den Untergliederungen aber auch solche Treffen organisiert, die der Geselligkeit, dem Gedankenaustausch und gemeinnützigen Zwecken dienen. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ führen die Orts-, Kreis- und Landesverbände des inzwischen 570 000 Mitglieder starken Verbandes unzählige gemeinnützige Veranstaltungen durch. Gesellschaftliche Integration und Gemeinschaftlichkeit gehören zu den wichtigsten Zielen des SoVD: Im Verband soll niemand einsam sein.

Zur Ausgabe Februar 2018 der SoVD-Zeitung