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Zweiter SoVD-Inklusionslauf: Gemeinsam zum Ziel

Nicht nur die Hitze war an diesem Tag rekordverdächtig: Über 2000 Besucher, Helferinnen und Helfer und rund 400 Athletinnen und Athleten kamen zum zweiten SoVD-Inklusionslauf. Aus allen Teilen Deutschlands reisten sie an, um gemeinsam an den Start und auch ins Ziel zu gehen, und um zu zeigen: Inklusion ist möglich! Zu spüren war das große Gemeinschaftsgefühl bei allen, die auf dem Tempelhofer Feld zusammenkamen.

Einen Volkslauf, an dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam starten können, bei dem Jede und Jeder in der eigenen Disziplin und im eigenen Tempo ins Ziel gelangen kann, hatte es bis zum letzten Jahr noch nicht gegeben. Nun ist der Lauf auf dem besten Wege, Tradition zu werden. Nicht Konkurrenz und Leistungsdruck, sondern die Freude am Erleben von Gemeinschaft und an der ganz individuellen sportlichen Herausforderung und Bestleistung standen im Zentrum der Veranstaltung.  Der jüngste Teilnehmer des Laufs war vier Jahre, die älteste Teilnehmerin 83 Jahre alt.

„Der Lauf ist gelebte Inklusion“

SoVD-Präsident Adolf Bauer begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer  der Veranstaltung bei strahlendem Sonnenschein und rekordverdächtigen 32 Grad (Auszüge aus der Begrüßungsrede):

„Sie a l l e sind hier, weil Sie Spaß an der Bewegung haben –  Jede und Jeder von Ihnen auf individuelle Weise! Ob Sie heute laufen, skaten, walken, Rolli fahren, sehbehinderte oder blinde Menschen durch den Wettkampf begleiten, als Streckenposten unterwegs sind oder die Starterinnen und Starter mit Beifall unterstützen. Sie a l l e sind heute Teil einer großen Solidargemeinschaft! (...)

Die Resonanz auf einen Aufruf der Organisatoren, Laufpatenschaften für andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu übernehmen, war großartig: Nahezu 100 Laufpatenschaften konnten vermittelt werden. Ein großes Dankeschön an die Laufpatinnen und Laufpaten der Staffelläufer, der 5- und 10 km-Läufer und des Bambini-Wettbewerbs und an die über 100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die auf dem Tempelhofer Feld im Einsatz sind! (...)

Es ist beglückend zu erleben, dass Miteinander und Teilhabe auch ganz hautnah und unkompliziert gelingen können: Diese Sportveranstaltung ist gelebte Inklusion!“

Lebhafte Podiumsdiskussion

Als einer der größten Behindertenverbände Deutschlands macht sich der SoVD auch auf politischer Ebene für die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung stark – ein Gebiet mit vielen offenen Baustellen, wie auch die Podiumsdiskussion zeigte.

„Meine Devise ist, dass jeder in seinem Bereich beginnen kann“, sagte Kirsten Ulrich vom „Netzwerk Sport und Inklusion Berlin“. Als Beispiel nannte sie ihre Physiotherapeutin Constanze Thoms, die sich spontan zu einer Patenschaft entschlossen hatte und mitgelaufen war. „Wir kommen weiter durch gute Beispiele und viel Information“, pflichtete SoVD-Präsident Adolf Bauer bei. „Im gemeinsamen Sport – ob mit oder ohne Behinderung – kann das Verständnis von einer inklusiven Gesellschaft weiterentwickelt werden“, stellte Gerlinde Bendzuck von der Deutschen Rheuma-Liga fest.

Zur Ausgabe Juli 2015 der SoVD-Zeitung