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Zusatzbeitrag: Hier gilt ein Sonderkündigungsrecht

Seit Jahresbeginn darf jede gesetzliche Krankenkasse über den einheitlichen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent hinaus einen Zusatzbeitrag in unbegrenzter Höhe erheben (wir berichteten mehrfach). Den Zusatzbeitrag müssen die Versicherten alleine tragen. Kassen, die Zusatzbeiträge erheben wollen, müssen ihre Versicherten spätestens im Vormonat auf das Recht zur Sonderkündigung hinweisen.

Zusatzbeiträge werden prozentual zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent erhoben. Der komplette Krankenkassenbeitrag (einheitlicher Beitragssatz 14,6 % + Zusatzbeitragssatz) wird bei Pflichtversicherten direkt vom Lohn abgeführt. Für Versicherte, die Arbeitslosengeld I, Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehen, übernimmt der jeweilige Träger den Zusatzbeitrag. Pflichtversicherte Rentner, deren Kassen Zusatzbeiträge einfordern, sind erst ab März 2015 betroffen. Bis dahin zahlen sie den bisherigen Beitragssatz von 15,5 Prozent. Für Bezieher von Arbeitslosengeld II zahlt der Bund den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz.

Sonderkündigungsrecht macht einen Wechsel möglich

Erhebt eine Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht diesen, haben deren Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann zu einer günstigeren Kasse wechseln. Jede Kasse muss ihre Versicherten spätestens im Vormonat vor erstmaliger Fälligkeit auf das Sonderkündigungsrecht aufmerksam machen. Außerdem muss sie sie auf eine Übersicht aller Zusatzbeiträge beim Spitzenverband Bund der Krankenkassen hinweisen.

Versicherte, die wegen der Einführung bzw. Erhöhung des Zusatzbeitrags kündigen, müssen den Zusatzbeitrag dessen ungeachtet bis zum Wirksamwerden der Kündigung noch entrichten. Beispiel: Die Krankenkasse erhebt ab 1. Januar einen Zusatzbeitrag. Wer bis Ende Januar kündigt, ist ab April bei einer anderen Krankenkasse versichert. Für die Monate Januar bis März muss der Zusatzbeitrag an die bisherige Krankenkasse entrichtet werden.

Das Sonderkündigungsrecht gilt nicht für freiwillige gesetzlich Versicherte, die einen speziellen Wahltarif zur Absicherung ihres Krankengeldes abgeschlossen haben. Versicherte, die bereits 18 Monate einer Kasse angehören, können mit der üblichen Kündigungsfrist zum übernächsten Monat auch ohne Berufung auf ihr Recht auf Sonderkündigung die Kasse wechseln.

Zur Ausgabe Februar 2015 der SoVD-Zeitung