Gute Ergebnisse und Vernetzung

Zu einem Herbstmenü waren langjährige Kooperationspartner, Förderer und Freunde des Berufsbildungswerkes Bremen in das Ausbildungsrestaurant Mondial des BBW eingeladen. Mit der Festlichkeit – eine Tradition, die Austausch und Vernetzung verstärkt – , bedankte sich Geschäftsführer Gerd Meyer-Rockstedt erneut für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung. In diesem Jahr war das Festessen zugleich das Abschiedsessen des Geschäftsführers für die Freunde und Förderer der Einrichtung. Meyer-Rockstedt, der die Einrichtung 17 Jahre allein verantwortlich leitete, geht Ende des Jahres in den Ruhestand.

Als Verdienste für die hervorragende Führung und das große Engagement Meyer-Rockstedts benannte Adolf Bauer, Präsident des Sozialverband Deutschland, die ausgezeichneten Ausbildungsergebnisse und die gelungene Vernetzung mit Wirtschaft und Politik. „Er kann das Haus positiv übergeben – und das in Zeiten, in denen andere Reha-Einrichtungen wirtschaftlich gefährdet sind“, sagte Bauer vor rund 60 geladenen Gästen.

Dank an Freunde und Förderer des BBW

Ein besonderer Dank des scheidenden Geschäftsführers galt den wichtigsten Partnern und Förderern des Berufsbildungswerkes. Insbesondere hob Meyer-Rockstedt dabei den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, Dr. Götz von Einem, hervor. Dieser hatte sich bereits 1997 für die jungen Menschen mit Behinderung besonders eingesetzt. In jenem Jahr waren die Reha-Leistungen für Menschen mit Lernbehinderung vorübergehend zu Kann-Leistungen erklärt worden. In der Folge sollten ein Drittel der Angemeldeten keinen Ausbildungsplatz erhalten; die Einrichtung war in der Existenz bedroht.

Nach Änderung der Gesetzeslage und unverzüglicher Umsetzung der Anmeldungen durch die Arbeitsagentur Bremen konnte das BBW ohne Personal- entlassungen seine Arbeit fortsetzen. „Damit junge Menschen mit Einschränkungen eine Chance auf Ausbildung erhalten, sind wir daran interessiert, ein Berufsbildungswerk vor Ort zu haben, was diese Funktion erfolgreich wahrnimmt“, begründete Götz von Einem seinen intensiven und langjährigen Einsatz für die Einrichtung. „Die gute Einmündungsquote des Berufsbildungswerkes überzeugt. Wir wollen uns diese Strukturen erhalten, weil wir sie für Menschen mit gesundheitlichen und psychischen Handicaps dringend brauchen.“

SoVD unterstützt BBW als Gesellschafter

Ausdrücklich dankte Meyer-Rockstedt auch dem SoVD, vertreten durch den Präsidenten Adolf Bauer. Als Gesellschafter habe der Verband die Arbeit des Berufsbildungswerkes maßgeblich mit geprägt und unterstützt.

Interview

Positiver Respekt

Nach 17 Jahren als Geschäftsführer im BBW Bremen übergibt Gerd Meyer-Rockstedt die Leitung in jüngere Hände. Wir sprachen mit ihm über Herausforderungen und Erfolge im BBW.

Welches waren und sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden?

Die Anforderungen an die Reha-Leistungen wachsen fortlaufend, gleichzeitig die Erwartungen an prozessuale Leistungen. Gleichzeitig erhalten wir keine Kostensteigerung, sondern verhandeln nur noch über Preise. Das bedeutet: Sie müssen mit weniger Personal die gleiche oder bessere Qualität bringen.

Wie gehen Sie mit den menschlichen Herausforderungen um?

Ich bin ein bisschen vorbelastet. Das hat zwar nichts mit den Behinderungsarten zu tun, die wir hier haben. Aber mein jüngerer Bruder ist durch eine Fehlbehandlung im Säuglingsalter geistig behindert. Insofern habe ich überhaupt keine Berührungsängste.

Welches werten Sie als den größten Erfolg des BBW?

Die gesunde wirtschaftliche Grundlage, die wir über die Jahre geschaffen haben. Ohne diese können wir hier gar nichts tun. Und es ist immer wieder ein Erfolg, wenn man sieht, welchen Sprung junge Menschen, die hier mit größten Schwierigkeiten ankamen, gemacht haben, wenn sie wieder weggehen. Das ist immer noch ein schönes Erlebnis und durch nichts zu toppen.

Und persönlich?

Ich genieße einen positiven Respekt bei den jungen Menschen hier, und das freut mich persönlich ganz besonders.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Dass die Bürokratie nicht noch schlimmer wird und die Politik den großen Nutzen beruflicher Reha erkennt.

Interview: Veronica Sina

Zur Ausgabe Dezember 2014 der SoVD-Zeitung