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"Meine Pflege" - eine Initiative des SoVD

Millionen Menschen in Deutschland sind direkt von Pflege betroffen: Sie benötigen entweder selbst Unterstützung oder betreuen einen Angehörigen. Damit einher gehen finanzielle und persönliche Belastungen, die von den politisch Verantwortlichen bisher nur ungenügend berücksichtigt werden. Der SoVD will das ändern und startet daher seine Initiative „Meine Pflege“. Der Verband möchte damit eine dringend notwendige Reform anstoßen, um einen Pflegenotstand in Deutschland abzuwenden.

Die Initiative richtet sich an die Bundesregierung und an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. SoVD-PräsidentAdolf Bauer erklärte, dies sei in erster Linie der Protest der Pflegebedürftigen und der Pflegenden gegen eine Politik der Vertröstungen. Um den Situation der Betroffenen und der professionell Pflegenden sowie die Leistungen der Pflegeversicherung.

Häusliche Pflege stärken

Die Hauptlast der Pflege in Deutschland liegt auf den Schultern der Angehörigen. Über eine Million Menschen erhalten dabei keinerlei professionelle Unterstützung. Sie dürfen nicht länger allein gelassen werden. Beruf und private Pflege müssen sich besser vereinbaren lassen, damit pflegende Angehörige aufgrund einer niedrigenRente im Alter nicht selbst von Armut betroffen sind.

Bedarf an Pflegekräften

Wer sich beruflich in der Pflege engagiert, leistet eine wichtige Aufgabe für unsere Gesellschaft. Schon jetzt ist jedoch ein deutlicher Mangel an Fachkräften zu verzeichnen. Dieser wird sich in den kommendenJahren noch verschärfen. Um diese Entwicklung zu stoppen, fordert der SoVD unter anderem eine Reform der Pflegeausbildung und eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte.

Pflege als Armutsrisiko

Wer auf Pflege angewiesen ist, erhält nur einen Teil der notwendigen Leistungen aus der Pflegeversicherung. In den letzten Jahren mussten Betroffene und Angehörige einen immer größeren Anteil der Kosten aus eigener Tasche bezahlen. Pflegebedürftigkeit ist somit zu einem Armutsrisiko geworden. Um gegenzusteuern müssen sich die Leistungen der Pflegeversicherung stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren. Nach dem Vorbild anderer Länder muss Deutschland insgesamt mehr Geld für die Pflege aufwenden.

Weitere Informationen zu der SoVD-Initiative finden Sie im Internet unter www.sovd.de/ meine-pflege.

Mitmachen: „Mein Pflegenotruf“

„Ich schreibe Ihnen, weil mich die Pflegesituation in Deutschland tief besorgt.“ So beginnt ein Musterbrief, den der SoVD seinen Mitgliedern zur Verfügung stellt, um auf die Notwendigkeit von Reformen bei der Pflege hinzuweisen. Adressat des Schreibens ist der jeweils zuständige Wahlkreisabgeordnete. Sie finden den Entwurf des Musterbriefes auf der Internetseite www.sovd.de/meine-pflege. Ergänzen Sie den Brief mit eigenen Erfahrungen und verschicken Sie so Ihren persönlichen Pflegenotruf, damit das Thema Pflege auf der politischen Agenda ganz oben steht. Und mit diesen Zeilen könnte das Schreiben an Ihren Abgeordneten enden: „Ich erwarte, dass Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten für die von Pflege betroffenen Menschen und ihre Angehörigen aktiv engagieren. Bitte informieren Sie mich darüber, welche Maßnahmen Sie künftig anstreben.“

Zur Ausgabe Oktober 2014 der SoVD-Zeitung