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Warnsignale für Altersarmut ernst nehmen

Immer mehr Rentnerinnen und Rentner sind im Alter auf die Grundsicherung angewiesen. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass die Zahl derjenigen älteren Menschen, die im Alter auf staatliche Hilfe angewiesen sind, gegenüber den Vorjahren erneut gestiegen ist. Betroffen sind vor allem alleinstehende ältere Frauen in den alten Bundesländern. Der SoVD warnt bereits seit langem vor der Gefahr steigender Altersarmut und hat zudem wirksame und nachhaltige Konzepte für ein lebensstandardsicherndes Einkommen im Alter vorgelegt.


Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine deutliche Sprache: Ende 2012 zählten knapp 465 000 Menschen über 65 Jahren zu den Empfängern der staatlichen Grundsicherung. Das waren 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

 

Besonders betroffen: Frauen und kranke Menschen

"Auf die Grundsicherung im Alter sind insbesondere westdeutsche Frauen angewiesen", berichtete dabei das Statistische Bundesamt. In den alten Bundesländern waren dies Angaben zufolge 33 von 1000 Frauen im Alter von über 65 Jahren und 25 Männer. In den neuen Bundesländern konnten 21 Frauen und 18 Männer von 1000 ohne staatliche Unterstützung nicht von ihren Einkünften im Alter leben.Gestiegen ist auch die Zahl der jüngeren Menschen, die wegen dauerhafter Erwerbsminderung Sozialhilfe bekamen. Waren es Ende 2011 noch rund 408 000 Menschen, registrierten die Statistiker bereits ein Jahr später etwa 435 000 Betroffene. Insgesamt empfingen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 900 000 Menschen Grundsicherung.

 

 

SoVD warnt vor weiteren Kaufkraftverlusten

Überraschenderweise ist die als reich geltende Stadt Hamburg die Hochburg der Altersarmut, gefolgt von Bremen und Berlin. 2012 bezogen in Hamburg 62 von je 1000 Einwohner und damit prozentual die meisten älteren Menschen eine Grundsicherung im Alter.Nach Überzeugung des Sozialverband Deutschland ist in erster Linie die bereits vollzogene Rentenniveauabsenkung im Zusammenhang mit den Folgen der Inflation und den gleichzeitig steigenden Beitragsbelastungen in der Kranken- und Pflegeversicherung die Ursache für die dramatische Entwicklung. Seit langem warnt der Verband deshalb vor den Folgen weiterer Kaufkraftverluste bei den Renten."Es wird oft so getan, als seien die Rentenkaufkraftverluste das Ergebnis einer zwangsläufigen Entwicklung.  In Wahrheit sind die mageren  Anpassungen der letzten Jahre politisch gewollt", kommentierte SoVD-Präsident Adolf Bauer die Entwicklung zuletzt bei einer Pressekonferenz (wir berichteten in der September-Ausgabe unserer Zeitung).

 

 

Konzept gegen die Gefahr der Altersarmut liegt vor

Hier stellte der SoVD-Präsident  gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses, Klaus Michaelis, fünf SoVD-Forderungen "Für eine lebensstandardsichernde gesetzliche Rente" vor. Ohne die Umsetzung dieser Forderungen stehe die soziale Sicherheit von Millionen älteren Menschen auf dem Spiel, erklärte Bauer vor zahlreich anwesenden Pressevertretern. Die  Warnung des SoVD-Präsidenten erhält vor dem Bekanntwerden der aktuellen Zahlen eine neue Dringlichkeit. Zu den SoVD-Vorschlägen gehören u. a. höhere Rentenanpassungen, eine Anpassung des Rentenniveaus insgesamt, die Wiederherstellung der Beitragsparität in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner.



 

Zur Ausgabe November 2013 der SoVD-Zeitung