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Man ist nie zu alt für etwas Neues

Im vergangenen Jahr wurde erstmals der Deutsche Alterspreis verliehen. Nominiert waren zahlreiche Projekte, die zeigen wollten, dass gesellschaftliche Teilhabe im Alter möglich ist und darüber hinaus auch Spaß macht. Wir stellen Ihnen einige dieser Ideen vor, deren Botschaft Mut macht: Alter hat Zukunft.

Inge Schneider ist 69 Jahre alt, ihr Mann lebt nicht mehr und die Kinder sind längst erwachsen. Dennoch plant die agile Rentnerin noch längst keinen beschaulichen Lebensabend vor dem Kamin. Sie packt ihre Koffer und geht als Au-pair nach Tasmanien, einer Insel über 200 Kilometer südlich von Australien.

Ermöglicht hat diesen Austausch die Hamburger Agentur "Granny Aupair". Gemeinsam mit ihrem Team vermittelt Michaela Hansen (51) Frauen über 50 an Gastfamilien auf der ganzen Welt. Anders als die üblicherweise deutlich jüngeren Au-pairs, bringen die "Austausch-Omas" Lebenserfahrung und Verantwortungsbewusstsein mit. Dieses Konzept kommt an ? bei den Kunden im Ausland ebenso wie bei den einheimischen Bewerberinnen um eine solche Stelle. Über 100 Frauen konnte Michaela Hansens Agentur bereits vermitteln. Sie alle haben ihren Alltag für ein paar Monate eingetauscht gegen das Abenteuer und den Einblick in eine fremde Kultur.

Auf andere Art etwas ins Rollen gebracht, hat man am Fachbereich Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg. In Kooperation der Hamburger Inline-Skating Schule (HIS) e. V. ist das Projekt "Fit ab 50? Fit bis 100!" entstanden. Angeboten werden Sportkurse für Senioren, bei denen neben Inlineskating und Nordic Walking auch schon einmal ein Skiausflug nach Norwegen auf dem Kursprogramm steht.

Vermittelt werden in erster Linie Lebensfreude und Spaß an der Bewegung. Dabei haben die Aktivitäten durchaus auch einen ernsten Hintergrund. Die Ängste vor allem älterer Menschen vor Stürzen und dadurch entstehenden Verletzungen werden in den Kursen spielerisch thematisiert und sichtbar reduziert. Sport im Alter, so die Überzeugung der Verantwortlichen, kann auf diese Weise die Mobilität erhalten und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Alterspreis 2012 wurde das Projekt "JUSTAment", das vor allem auf die Erfahrung von ehrenamtlich Engagierten setzt. Im Hochtaunus begleiten insgesamt 48 sogenannte SeniorPartner Schüler an Gesamt-, Haupt- und Realschulen. Sie sind Ansprechpartner, helfen ihnen bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und bereiten sie auf den Einstieg in die Arbeitswelt vor.

Einer dieser SeniorPartner ist Renate Feldmeyer (57). Sie betreut insgesamt vier Gesamtschüler, die derzeit noch die neunte Klasse besuchen. Wie es danach weitergeht, darüber können sie mit ihrer Mentorin ganz offen sprechen. Renate Feldmeyer hört ihnen zu, überlegt gemeinsam mit ihnen und gibt so eigenes Wissen weiter. Als Mentorin bezieht sie sehr viel Motivation aus der positiven Rückmeldung durch die Schüler. "JUSTAment" fördert auf diese Weise die Zukunftschancen junger Menschen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Austausch der Generationen.


Zur Ausgabe Februar 2013 der SoVD-Zeitung