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17.08.2010 - Werner Kratz

Hilferuf der Rentner

Leserbrief Werner Kratz


Wann endlich wird der Rentenbetrug beendet?

Ich bin seit 13 Jahren Rentner! Als Führungskraft der Wirtschaft in der damaligen Bundesrepublik hat unsere Generation unter unermesslichen Einsätzen und vielen Entbehrungen unser Land aus den Trümmern der Nachkriegszeit auf ein Niveau gebracht, das als einmalig zu bewerten ist und von der ganzen Welt bewundert wird.

 Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wuchsen die Rücklagen der Rentenversicherungen zu Beträgen an, die auf Jahre hinaus eine ausreichende Versorgung sicherten. Da entdeckte der Staat, dass hier viel Geld zu holen ist, und damit begann der erste Betrug an den Rentnern - der Staat bediente sich aus den Rentenkassen. Währungsreform sowie Inflationsraten von ca. 3 Prozent pro Jahr führten zu weiteren Einkommensminderungen. Zieht man Bilanz über die Jahre - auch unter Berücksichtigung von Rentenerhöhungen - so beträgt die reale Nettoeinbuße nachweislich ca. 50 Prozent. Mietkostensteigerungen, Erhöhung von Kommunalabgaben, Steigerung der Krankenkassenbeiträge, gestiegene Versicherungsbeiträge, laufend steigende Energiekosten usw. verschärfen die Situation zusätzlich.

In der Folge wurde durch die Rentenformel, die die Rentenminderung verschleierte sowie wiederholtes Aussetzen von Rentenerhöhungen weiter betrogen! Wir stellen fest, dass die Schere zwischen Armut und Reichtum immer weiter auseinander klafft und die Gerechtigkeit immer weiter zur Ungerechtigkeit wird.

 Mein Gehalt - und später meine Rente - war leistungsgerecht bemessen. Wir hatten mit unseren zwei Kindern unser gutes Auskommen. Heute, 13 Jahre später, sind wir in unserem Haushalt noch zwei Personen. Mit unserer Rente sind wir fast am Ende und bewegen uns in Richtung Altersarmut.

 Es stellen sich folgende Fragen:

Warum zahlen Freiberufler, Beamte, Abgeordnete, Landwirte usw. nicht in die Sozialkassen ein?

Wie können sogenannte Volksvertreter, die sich keine Sorgen um ihre Alterssicherung machen müssen, es wagen, das Rentengesetz kippen zu wollen und damit wieder die Rentner zu schröpfen?

Wie verträgt sich die Großzügigkeit von unserem verschuldeten Deutschland mit ihren Milliarden an Auslandshilfen, Militärhilfen und Gastgeschenken mit den Armutsproblemen bei Rentnern und Hartz-IV-Empfängern?

Warum können Millionenbezüge von Managern und Diäten von Politikern nicht in Relation zu den Altersbezügen gebracht werden?

Warum wird der "Soli" nicht gestoppt oder für soziale Probleme verwendet?

Warum erhöhen sich die Politiker ihre Diäten, wenn sie gleichzeitig das ganze Land bis über beide Ohren verschulden?

Warum werden Rentner, die nicht in die Rentenkasse eingezahlt haben, aus der Rentenkasse bezahlt und nicht - wie es gerecht wäre - aus Steuermitteln?

Warum werden die Bezüge der Politiker nicht versteuert?

Warum werden die Politiker nach ihrem Ausstieg aus ihrer politischen Tätigkeit in ihren Bezügen nicht an die Rentenformel angepasst?

Warum ist es den Politikern gestattet, so viele Nebentätigkeiten auszuüben - trotz Versprechungen, ihre ganze Kraft für das Volk einzusetzen?

 

Während Politiker und Beamte ihren Lebensabend gut absichern, droht den Rentnern Altersarmut!

Über all diese Ungerechtigkeiten, die sich noch unendlich erweitern ließen, steigt eine Wut auf, die unser Vertrauen in die Politik restlos erschüttert. Wir alle, die betroffen sind, wünschen uns ein ehrliches, gerechtes und schuldenfreies Deutschland!

- Die Gleichbehandlung aller Bürger;

- angemessene und bezahlbare Kranken- und Pflegebeiträge;

- vertretbare Energiekosten;

- kostenfreie Kindergärten;

- ein bundeseinheitliches Schulsystem;

- vorbildliche Schulen und Ausbildungsplätze für unseren Nachwuchs;

- angemessene Renten mit Inflationsausgleich und Nachhaltigkeit;

- die gegen die Wand gefahrenen Renten wären dringlich aufzubessern;

- die in Deutschland erwirtschafteten Finanzen wären vorrangig bis zum Schuldenabbau in Deutschland einzusetzen.

 

Wir - die Rentner - stellen ein mächtiges Wählerpotential dar und werden uns bei der nächsten Wahl angemessen bedanken!

 

Mit freundlichen Grüßen

Werner Kratz,

einer von vielen betroffenen Rentnern