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Frauen- und Familienpolitik - Equal pay day

Equal pay day

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

In der Europäischen Union verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen ? Im Durchschnitt sind es jüngsten Statistiken zufolge rund 17,4 Prozent. Deutschland steht im europäischen Vergleich mit an letzter Stelle. Denn hier beträgt der geschlechtsspezifische Lohnabstand ganze 23 Prozent. Das zeigt eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gemeinsam mit der Universität Konstanz im letzten Jahr durchgeführt hat.

 

Die Ursachen

Was sind die Ursachen dieser ungerechten Verteilung von Geldern? Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass es sehr schwierig ist, Beruf und Familie gut zu vereinbaren. So sind es hauptsächlich die Frauen, die Teilzeit arbeiten oder lange berufliche Ausfallzeiten wegen Kindererziehung vorzuweisen haben. So sind zwar 85 Prozent der Väter von kleinen Kindern unter drei Jahren erwerbstätig, bei den Müttern sind es lediglich 30 Prozent. ? Das ist sicherlich einer der Hauptgründe für die gravierenden Lohnunterschiede.

 

Ein weiterer Grund ist die Bezahlung von sog. Frauenberufen im Unterschied zu der von den sog. Männerberufen. Eine Erzieherin wird schlechter bezahlt als ein Fliesenleger, eine Altenpflegerin schlechter als ein Automechaniker. 

 

Aber sogar innerhalb der einzelnen Berufe verdienen Frauen laut IAB noch 21 Prozent weniger als Männer. Das ist ein Skandal!

 

 

Hier muss sich etwas ändern

Politik,  Arbeitgeber und Gewerkschaften sind bei Lohnverhandlungen gefragt, schnellstens Abhilfe zu schaffen und die Ursachen der Lohnlücke zu bekämpfen.

 

Zum einen muss die Zeit, die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder aufwenden zwischen Müttern und Vätern gleich verteilt werden. Dazu könnten weitere Partnermonate (sog. Vätermonate) beim Elterngeld dienen. Auch eine gute Infrastruktur mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten wie Kitas, Hort, Tagesmütter, etc. ist dringend notwendig.

 

Die Arbeitgeber müssen ihre Lohnstrukturen überprüfen und Frauen gerechte Löhne zahlen. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns wäre ein erster Schritt, um Frauen im Niedriglohnsektor besser zu bezahlen. Mittels eines Gleichstellungsgesetzes für die Privatwirtschaft könnte Frauen ein Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit gegeben werden.

 

 

Der Aktionstag

Am 26. März 2010 fand der sog. equal pay day (mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit) statt. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Der 26. März markiert den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen.

 

Am 26. März demonstrierten auch viele SoVD-Frauen und ?Männer  und machten auf die Ungerechtigkeit bei der Entlohnung aufmerksam. Unter anderem protestierten sie gemeinsam mit den Frauen von ver.di und dem Deutschen Frauenrat in Berlin an zentraler Stelle ? am Brandenburger Tor. Dort verteilten sie rote Taschen mit Informationen zur ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern. Die Roten Taschen symbolisieren die roten Zahlen in den Geldbörsen von Frauen.

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