Sozialverband Deutschland e.V. > Informieren > SoVD-Zeitung > 29.03.2010 - Karl-Heinz Mörs


29.03.2010 - Karl-Heinz Mörs

Erste Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge

Leserbrief Karl-Heinz Mörs

Ich bin nicht der Meinung, dass Langzeitarbeitslose mit dem Wechsel der Krankenkasse überfordert sind!

 

Sie schreiben: ?,damit Langzeitarbeitslose nicht unter Druck geraten, ständig die Kasse zu wechseln. So sollen beispielsweise Jobcenter angewiesen werden, die Übernahme von Zusatzbeiträgen großzügig zu prüfen.

 

Ich frage mich, wer mehr unter Druck steht: Der Arbeitnehmer, der 8 Stunden und mehr von Zuhause weg ist oder der, der den ganzen Tag Zuhause ist. Die Langzeitarbeitslosen haben Zeit genug, sich eine neue Krankenkasse auszusuchen, die billiger ist. Um z. B. ein TV-Gerät zu kaufen, werden vermutlich Preise verglichen; aber für die Auswahl einer günstigeren Krankenkasse soll ihnen die Zeit fehlen, um Geld zu sparen. Für mich unverständlich!

 

Die großen Verlierer dieser Reform sind doch wohl die Rentner. Welcher Rentner kann den Wechsel in eine andere Krankenkasse vornehmen? Mit dem Alter nimmt die Aktivität ab, aus der gewohnten - hier meistens lange Mitgliedschaft in einer Krankenkasse - in eine neue zu wechseln; das ist unabhängig von den Zusatzbeiträgen der Krankenkassen! Das gilt auch für Strom- und Gasverträge.

 

Meine Wechselbereitschaft (59 Jahre) ist zurzeit noch hoch. Im Alter von 70, 80 oder auch 90 werde ich wohl keine neuen Verträge mehr abschließen.

 

Karl-Heinz Mörs