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Hohe Mieten in Großstädten fressen Haushaltseinkommen

Während in Berlin am Dienstag der sogenannte Mietendeckel beschlossen wurde, zeigen neue Zahlen, wo bezahlbare Wohnungen besonders fehlen. In fast allen deutschen Großstädte müssen Mieterinnen und Mieter mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Kaltmiete aufbringen.

Knapper Wohnraum und steigende Mieten werden zu immer drängenderen Problemen. In 77 deutschen Großstädten fehlen fast zwei Millionen günstige Wohnungen. Das zeigen Studien von Stadtsoziologen der Humboldt-Universität Berlin, die die Hans-Böckler-Stiftung gefördert hat. 

Andrej Holm und Stephan Juncker, der auch das SoVD-Gutachten "Wohnverhältnisse in Deutschland. Mietbelastung, soziale Ungleichheit und Armut" verfasst hat, haben für die deutschen Großstädte Profile erstellt, in denen sie unter anderem Wohnkosten, Wohnungsgrößen und Wohnausstattungen analysierten. 

40 Prozent in Großstädten betroffen

Im Zentrum steht die Mietbelastungsquote, bei der die Höhe der Bruttokaltmiete ins Verhältnis zu den Einkommen in den einzelnen Städten gesetzt wird. Bei Sozialwissenschaftlern und Immobilienexperten gilt eine Mietbelastung von mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens als problematisch, weil dann vor allem in Haushalten mit geringeren Einkommen nur noch wenig Geld zum Leben übrig bleibt.

In den untersuchten Städten überschreiten vier von zehn Haushalten diese Schwelle. Betroffen sind damit etwa 8,6 Millionen Menschen. Teuer ist die Miete unter anderem in Berlin, Frankfurt, Köln, München, Bremen und Saarbrücken. Spitzenreiter ist Neuss, wo fast die Hälfte der Haushalte mehr als 30 Prozent für die Miete zahlen muss. 

Gerine Belastung nur in sechs Städten

Unterhalb der 30-Prozent-Marke liegen lediglich die ostdeutschen Städte Erfurt, Chemnitz, Leipzig und Dresden, sowie Wolfsburg und Heidelberg in den alten Bundesländern. 

Auch der SoVD hat im vergangenen Jahr auf die hohe Mietbelastung aufmerksam gemacht, von der vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen betroffen sind. Der Verband fordert mehr sozialen Wohnungsbau. 

Die komplette Studie gibt es bei der Hans-Böckler-Stiftung.