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SoVD kündigt Gutachten zur pflegebedingten Armut an

Der SoVD stellt fest, dass sich immer mehr Angehörige wegen finanzieller Überforderung an seine Beratungsstellen wenden. Am Wochenende kündigte der Verband an, die Situation pflegender Angehöriger erforschen zu lassen. Das Gutachten soll eine verlässliche Datengrundlage liefern und eine Basis für zielgerichtet Hilfsmaßnahmen bilden. 

Die häusliche Pflege eines Angehörigen bedeutet eine hohe Belastung und oft auch finanzielle Einschränkungen. Rund 2,5 Millionen Menschen pflegen hierzulande zu Hause ihre Angehörigen. Etwa 1,65 Millionen davon sind Frauen. 

Nach Ansicht des SoVD besteht ein großer Handlungsdruck, die Lage pflegender Angehöriger zu verbessern. "Wir sind alarmiert, denn die Zahl der pflegenden Angehörigen, die sich an uns wenden, steigt", so der Verbandspräsident Adolf Bauer gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Aus vielen Gesprächen in den Beratungsstellen des SoVD werde deutlich, dass insbesondere die finanzielle Belastung pflegende Frauen in die Armut treibt. 

Ergebnisse noch in diesem Jahr

Um einen besseren Überblick über das Feld zu bekommen, hat der Verband ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses soll eine verlässliche Faktengrundlage liefern und dabei helfen, zielgerichtete Maßnahmen vorzuschlagen. Noch in diesem Jahr sollen Ergebnisse vorliegen. 

Wie sehr die Pflege von Angehörigen Betroffene herausfordert, zeigen auch die aktuellen Zahlen aus dem „Pflegereport“ der Barmer Krankenkasse. Dort gaben 85 Prozent der 1900 Befragten an, dass die Pflege ihren Alltag bestimmen würde. Die Hälfte kümmert sich demnach mehr als zwölf Stunden pro Tag um ein pflegebedürftiges Familienmitglied. Ein Viertel der Befragten äußerte, die Arbeitszeit reduziert oder den Beruf komplett aufgegeben zu haben. 

SoVD-Positionspapier zur Pflege

Über das geplante Gutachten des SoVD berichteten mehrere Medien wie unter anderem der MDR und ntv sowie die Fachzeitschrift „Deutsches Ärzteblatt“. 

Der SoVD setzt sich für gute Pflege ein. Er hat dafür unter anderem das Modell "Solidarische Pflege-Bürgerversicherung" entwickelt und kürzlich das Positionspapier "Gute Pflege braucht starke Kräfte" zur Stärkung der Altenpflegekräfte veröffentlicht.