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Mittelschicht und Geringverdiener zahlen die meisten Abgaben

Die Belastung durch Sozialabgaben ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. Wie durch eine Anfrage der Linkspartei bekannt wurde, finanzieren Geringverdienerinnen und Geringverdiener sowie die Mittelschicht den Hauptteil des deutschen Sozialstaats. Der SoVD warnt vor einseitiger Belastung und fordert eine größeren Beitrag Wohlhabender. 

Aus der Antwort des Arbeitsministeriums geht hervor, dass Arbeitnehmende mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis zu 70.000 Euro insgesamt 81 Prozent der Sozialabgaben tragen müssen, obwohl sie nur 65 Prozent des Gesamteinkommens verdienen.

Dem gegenüber verfügen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von mehr als 110.000 Euro zwar über mehr als 22 Prozent des Gesamteinkommens. Sie tragen jedoch nur rund fünf Prozent der Sozialabgaben.

Adolf Bauer: Umverteilung von unten nach oben stoppen

SoVD-Präsident Adolf Bauer sagte dazu: „Durch die Politik der Umverteilung von unten nach oben der letzten Jahrzehnte hat sich nicht nur die private, sondern auch die öffentliche Armut ausgebreitet. Es gilt jetzt mehr denn je, die Gesamtheit der Steuerpflichtigen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzubinden. Nur so kann sozialer Ungerechtigkeit und steigender Armut nachhaltig entgegengewirkt werden.“

Auch die Politik hat das Problem erkannt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, für „erträgliche Sozialabgaben“ zu sorgen, sei einer der Hausaufgaben der Großen Koalition. 

Vermögen und Erbschaften stärker belasten

Der SoVD setzt sich dafür ein, Wohlhabende stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens heranzuziehen. Zu den langjährigen Forderungen des SoVD gehört unter anderem die Anhebung des Spitzensteuersatzes, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Besteuerung von Finanztransaktionen.

Der Verband fordert zudem, Einkünfte aus Kapital- oder Immobilienvermögen mit dem gleichen Steuersatz wie Erwerbseinkommen – einschließlich des progressiven Anstiegs belegen. Schließlich plädiert der SoVD dafür, die Erbschaftsteuer mit dem Ziel zu reformieren, die Steuersätze für große Erbschaften erheblich anzuheben und auch Wirtschaftsunternehmen angemessener an der Finanzierung des Staates zu beteiligen.

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