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Was gibt es 2017 noch zu tun und was ändert sich 2018?

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Silvester fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Das verkürzt 2018 die erste Arbeitswoche um einen Tag. Foto: Michael Möller / fotolia

Der Dezember steht im Zeichen der Familie und weihnachtlicher Besinnlichkeit, bevor es dann an die Silvesterparty geht. Aber auch in dieser besonderen Zeit des Jahres geht das normale Leben mit seinen Verpflichtungen rund um Versicherungen, Steuern und Behörden weiter. Hier erfahren Sie, welche Erledigungen sich in diesem Jahr noch lohnen, und welche Änderungen zum 1. Januar 2018 anstehen. Das betrifft unter anderem die Auszahlung von Kindergeld, den Mindestlohn und Erwerbsminderungsrenten.

Freiwillige Steuererklärung für 2013 einreichen

Bis zum 31. Dezember bleibt noch Zeit, eine freiwillige Steuererklärung für das Jahr 2013 abzugeben. Für alle, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, lohnt sich das vor allem dann, wenn in diesem Jahr hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben anlagen. Auch wer 2013 geheiratet und keine Steuererklärung eingereicht hat, kann mit einer Rückzahlung rechnen. Sollte das Finanzamt wider Erwarten eine Nachzahlung einfordern, kann die Abgabe der Steuererklärung wieder zurückgezogen werden.

Ausgaben für Beruf und Haushalt vorziehen

Durch das Vorziehen von Ausgaben kann Geld gespart werden. Werbungskosten für berufliche Ausgaben, die den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro überschreiten, können steuerlich geltend gemacht werden. Dafür kann es sich lohnen, beispielsweise die Rechnung für eine Fortbildung im nächsten Jahr bereits jetzt zu bezahlen. Ähnliches gilt auch für Arbeiten im Haushalt, zum Beispiel für Malerarbeiten oder das Abschleifen von Parkett. 20 Prozent der Kosten können geltend gemacht werden, maximal allerdings 1200 Euro. Berücksichtigt werden dabei die Anfahrts- und Arbeitskosten, nicht jedoch die Materialkosten. Zudem darf die Rechnung nicht in bar bezahlt worden sein. Falls kostspielige Arbeiten anstehen, deren Kosten den Betrag von 1200 Euro übersteigen, kann es sich deshalb rentieren, noch in diesem Jahr damit zu beginnen. Die Kosten können so auf dieses und das nächste Jahr verteilt werden.

Krankheitskosten in der Steuererklärung angeben

Außergewöhnliche Belastungen wie Kosten für eine Brille, Zahnersatz oder Physiotherapie können steuerlich geltend gemacht werden, wenn die individuelle Grenze der „zumutbaren Belastungen“ überschritten ist. Diese hängt von der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab und ist im Einkommensteuergesetz geregelt. Wenn dieser Betrag beispielsweise durch den Kauf einer neuen Brille überschritten wird, kann es sich lohnen, noch in diesem Jahr zum Optiker zu gehen. Zu diesen Kosten zählen auch Rezeptkosten, Zuzahlungen zu Heilmitteln und Fahrtkosten für Wege zu Ärzten und Kliniken. Vorbeugende Maßnahmen wie eine Zahnreinigung erkennt der Fiskus nicht als außergewöhnliche Belastung an.

Rückwirkend Kindergeld beantragen

Ab 2018 wird das Kindergeld rückwirkend nur noch für sechs Monate ausgezahlt, bisher war eine rückwirkende Auszahlung für maximal vier Jahre möglich. Diese Regelung gilt für alle Anträge, die nach dem 31. Dezember 2017 bei der Familienkasse eingehen. Deshalb sollte jetzt noch geprüft werden, ob rückwirkend Anspruch auf Kindergeld besteht. Dies kann insbesondere bei erwachsenen Kindern bis zum Alter von 25 Jahren der Fall sein, die sich im Studium oder einer Ausbildung befinden.

Wohnungsbauprämie für 2015 sichern

Bausparer können noch bis zum Ende des Jahres die Wohnungsbauprämie für das Jahr 2015 beantragen. Das kann bei der Bausparkasse gemacht werden. Ab einer Einzahlung von mindestens 50 Euro im Jahr gibt es eine staatliche Zulage von 8,8 Prozent. Der förderfähige Maximalbetrag liegt bei 512 Euro.
Diese Prämie wird allerdings nur für Bausparer mit einem Bruttoeinkommen von maximal 25 600 Euro gezahlt. Bei Ehepaaren gilt der doppelte Betrag.

Bonusheft beim Zahnarzt abstempeln lassen

Auch wenn es selten Spaß macht und bisweilen schmerzhaft ist: Mindestens einmal im Jahr sollte jeder zur Routineuntersuchung den Zahnarzt aufsuchen. Dafür bleibt jetzt noch einen Monat Zeit. Wer trotz der bevorstehenden Feiertage und Urlaubszeit noch einen Termin bekommt, sollte unbedingt das Bonusheft abstempeln lassen. Denn beim Nachweis regelmäßiger Vorsorge gibt es später Anspruch auf einen höheren Zuschuss beim Zahnersatz.

Spenden als Sonderausgaben absetzen

Gerade in der Adventszeit ist die Spendenbereitschaft der Deutschen stark ausgeprägt. Diese Spenden können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden und verringern so die Steuerlast. Dies gilt bis zu einem Betrag von maximal 20 Prozent der eigenen Einkünfte.
Seit diesem Jahr sind außerdem die Nachweispflichten für Spenden bis 200 Euro vereinfacht worden. Dafür genügt jetzt der Kontoauszug und ein Beleg der Spendenorganisation.

Freistellungsaufträge überprüfen

Zum Jahresende werden Zinsen auf den Konten gutgeschrieben. Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber sollten rechtzeitig kontrollieren, ob die Freistellungsaufträge hoch genug veranschlagt und sinnvoll aufgeteilt sind.
Ein Freistellungsauftrag bewirkt, dass bis zu einer vorher festgelegten Summe keine Abgeltungssteuer von 25 Prozent für Kapitalerträge fällig wird.
Jeder Sparer (auch Kinder) hat einen persönlichen Freibetrag von 801 Euro für seine Konten, bei Ehepaaren gilt auch hier der doppelte Betrag. Diese Summe kann auf alle Geldanlagen verteilt werden. Wenn alle Konten und Depots bei einem Finanzinstitut sind, reicht es, einen Freistellungsauftrag für alle Anlagen zu erteilen.

Der Klassiker: schnell noch heiraten

Vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, lohnt es sich, noch in diesem Jahr zu heiraten. Ehepaare profitieren von steuerlichen Vergünstigungen wie dem (umstrittenen) Ehegattensplitting, das vor allem für eine geringere Steuerlast sorgt, wenn die Ehepartner unterschiedlich viel verdienen. Auch wenn die Hochzeit erst kurz vor Silvester stattfindet, können die Eheleute für das gesamte Jahr davon profitieren. Umgekehrt gilt das übrigens auch: Wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert und eine Scheidung in der Luft liegt, wäre es – zumindest aus fiskalischer Sicht – sinnvoll, bis zum Beginn des nächsten Jahres damit zu warten, denn so gibt es für das Jahr 2017 Steuererleichterungen. Generell ist es aber sowieso eher keine gute Idee, die großen Fragen der Liebe anhand des Kalenders und möglicher Ersparnisse bei der Steuer zu beantworten.

Änderungen bei Unterhaltszahlungen

Zum 1. Januar tritt die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft, die den Unterhalt von Trennungskindern regelt. Dieser Betrag ist abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils. Dabei sind zwar die Bedarfssätze für alle Altersgruppen gestiegen, dennoch werden die meisten Kinder weniger Unterhalt bekommen. Denn erstmals seit zehn Jahren werden auch die Einkommensgruppen angehoben.
So wird der Mindestunterhalt ab 2018 bis zu einem Nettoeinkommen von 1900 Euro fällig, bisher musste dieser bis zu einem Einkommen von 1500 Euro im Monat gezahlt werden. Mehr Kinder als bisher werden jetzt also nur den Mindestbetrag bekommen. Auch die anderen Einkommensgruppen werden um jeweils 400 Euro angehoben. Die Unterhaltszahlungen steigen so für Pflichtige mit einem Nettoeinkommen bis 1500 und ab 4300 Euro. Alle anderen Unterhaltspflichtigen zahlen etwas weniger als bisher.

Regelsätze in der Grundsicherung steigen

Auch 2018 werden die Regelbedarfe in der Grundsicherung und Sozialhilfe („Hartz IV“) in kleinem Umfang erhöht. Für einen Einpersonenhaushalt steigt der Bedarf von 409 auf 416 Euro, für Paare je Partner von 368 auf 374 Euro. Der Regelbedarf für Kinder von null bis fünf Jahren wird um drei Euro angehoben, der für ältere um fünf.

Mindestlohn steigt in einigen Branchen

Ab 2018 fallen die Ausnahmen beim Mindestlohn für Branchen, die ihn noch nicht gezahlt haben. Dies betrifft beispielsweise Zeitungszusteller, die bisher nur 8,50 Euro erhalten haben. Sie bekommen nun auch den eigentlich seit diesem Jahr geltenden Satz von 8,84 Euro pro Stunde. Außerdem steigen auch die tariflichen Mindestlöhne in diversen Branchen. In der Pflege wird er im Osten von 9,50 Euro auf 10,05 Euro angehoben, für den Westen (und Berlin) gilt ab Januar ein Stundenlohn von 10,55 Euro, statt bisher 10,20 Euro. In anderen Berufszweigen, unter anderem in der Leih- und Zeitarbeit, wird der Mindestlohn im Laufe des Jahres erhöht. Die Ausnahmen für Jugendliche unter 18 Jahren und Langzeitarbeitslose bleiben jedoch bestehen.

Neuregelungen beim Mutterschutzgesetz

Eigentlich sollte das Gesetz bereits 2017 in Kraft treten. Da sich die Große Koalition aber in einigen Fragen nicht einigen konnte, gelten manche Änderungen erst ab 2018.
Erstmals werden auch Schülerinnen und Studentinnen in den Mutterschutz einbezogen.
Außerdem sind Arbeitsverbote künftig nicht mehr gegen den Willen der schwangeren Frauen möglich. Stattdessen sollen ihre Arbeitsplätze umgestaltet werden, um Gesundheitsgefährdungen für Mutter und Kind auszuschließen. Auch Sonntagsarbeit wird auf freiwilliger Basis ermöglicht.
Zwei Neuerungen sind bereits seit der offiziellen Verabschiedung des Gesetzes im Sommer 2017 wirksam. Dies betrifft zum einen die Verlängerung der Schutzfrist nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung von acht auf zwölf Wochen, da die Geburt für die Mutter in solchen Fällen häufig mit besonderen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden ist. Zum anderen gilt bereits ein viermonatiger Kündigungsschutz für Frauen, die eine Fehlgeburt nach der zwölften Woche erlitten haben.

Technische Geräte steuerlich absetzen

Wer für berufliche Zwecke ein technisches Gerät, wie einen Laptop, anschafft, das zwischen 410 und 800 Euro kostet, kann dieses ab 2018 in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Bisher galt dies nur für Geräte bis 410 Euro. Es kann sich also lohnen mit dem Kauf zu warten.

Renten- und Krankenversicherungsbeiträge sinken

Bei den Kosten für die Sozialversicherungen werden die Verbraucherinnen und Verbraucher leicht entlastet. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt auf 1,0 Prozent. Die Höhe des individuellen Zusatzbeitrages bestimmt jede Krankenkasse jedoch selbst. Im Schnitt wird der Gesamtbeitrag für Mitglieder von 15,7 Prozent auf 15,6 Prozent sinken. Der Rentenbeitrag sinkt 2018 voraussichtlich ebenfalls um 0,1 Prozent auf dann 18,6 Prozent.

Anhebung beim Kindergeld und Kinderfreibetrag

2018 wird das Kindergeld leicht erhöht, es steigt pro Kind um zwei Euro. Für das erste und zweite Kind ergeben sich jetzt Summen von 194 Euro. Weiterhin wird das Kindergeld nur noch für einen Zeitraum von sechs Monaten rückwirkend ausgezahlt. Es lohnt sich, jetzt noch mögliche Ansprüche anzumelden (siehe dazu auch linke Seite). Zudem gibt es eine Erhöhung des Kinderfreibetrages auf 4788 Euro. Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro auf jetzt 9000 Euro.

Änderung bei der Erwerbsminderungsrente

Ab 2018 wird die Zurechnungszeit bei Erwerbsminderungsrenten schrittweise angehoben. Bis 2024 soll die Zurechnungszeit von 62 auf 65 Jahre erhöht werden. Die Erhöhung gilt nur für Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner, die ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente beantragen und bewilligt bekommen, nicht jedoch für Bestandsrentner. Eine weitere Neuerung betrifft die Angleichung der Renten in Ost und West. Von 2018 an wird der Rentenwert im Osten von jetzt 95,8 Prozent jährlich um 0,7 Prozent erhöht, bis er 2024 denselben Wert wie im Westen erreicht.

Zusatzgebühren bei Kartenzahlung fallen weg

Die neue Zahlungsdienst-Richtlinie der EU tritt im Januar in Kraft. Nach dieser dürfen Händler nicht mehr spezielle Gebühren für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften verlangen. Dies gilt sowohl für Zahlungen im Laden als auch im Onlinehandel.
Außerdem haften Verbraucherinnen und Verbraucher für nicht autorisierte Zahlungen ab dem kommenden Jahr nur noch bis zu einem Betrag von 50, statt wie bisher 150 Euro.

Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen

Zum neuen Jahr werden die Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialversicherungen angehoben. Diese bestimmen, bis zu welchem Betrag das Arbeitsentgelt oder die Rente für Beiträge in der Sozialversicherung herangezogen werden.
Im Westen liegt die Grenze für die Berechnung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung nun bei einem Monatsgehalt von 6500 Euro brutto (statt 6350 Euro), im Osten bei 5800 (statt 5700 Euro). Für die bundesweit einheitliche Kranken- und Pflegeversicherung wird die Grenze von 4350 Euro auf 4425 Euro angehoben.

Zur Ausgabe Dezember 2017 der SoVD-Zeitung




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