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Mitgestalten und etwas bewegen

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Die Vielzahl und Vielfalt freiwilliger Tätigkeiten beeinflusst die Lebensqualität in unserer Gesellschaft erheblich. Auch viele junge Menschen engagieren sich bereits für das Gemeinwohl. Foto: blend images, fotolia

Mehr als 31 Millionen Menschen in Deutschland verrichten eine ehrenamtliche Tätigkeit. Das sind rund 43 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahre. Nicht immer geht es dabei um Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Ehrenamtlicher Einsatz findet auch im Sport, in der Schule, im Umwelt- und Katastrophenschutz, in Vereinen und im karitativen Bereich statt. Bürgerschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich. Und dennoch hängt unser Gemeinwesen zu einem Teil davon ab, dass Menschen sich unentgeltlich für das Wohl aller einsetzen und dafür oft einen erheblichen Teil ihrer Freizeit einbringen. Auch der SoVD lebt von dem unermüdlichen und beständigen ehrenamtlichen Einsatz vieler seiner inzwischen rund 570?000 Mitglieder.

Ob sie Bedürftige im Pflegeheim besuchen, Kindern vorlesen, als Fußballtrainer arbeiten, Häftlinge treffen, Streit schlichten, im Rettungsdienst aktiv sind oder Kleider für Flüchtlinge verteilen – die Motive bürgerschaftlich Engagierter sind so unterschiedlich wie ihre freiwilligen Aufgaben.

Zahlreiche Menschen suchen im Alter eine zusätzliche und sinnstiftende Beschäftigung, in der sie ihre Lebenserfahrungen weitergeben können. Andere engagieren sich schon während des Erwerbslebens „nebenbei“ im Verein, in humanitären Organisationen oder im Umweltschutz. Dabei nutzen sie die Möglichkeit, ihr Umfeld in kleinem Rahmen mitzugestalten und etwas zu bewegen.

Vielzahl und Vielfalt bestimmen das Ehrenamt

Auch viele junge Menschen sind ehrenamtlich unterwegs – sei es, um ihren Horizont zu erweitern oder um in Gemeinschaft etwas Nützliches und Hilfreiches zu tun. So sind es gerade die Vielzahl und Vielfalt freiwilliger Tätigkeiten, die die Lebensqualität in unserer Gesellschaft maßgeblich beeinflussen.

Überraschend mag sein: Nach einer Studie des Deutschen Freiwilligensurveys (FWS) engagieren sich Ehrenamtliche nicht allein der guten Sache wegen. Rund 80 Prozent tun es vor allem aus Freude – und weil es ihnen Spaß bringt. Der FWS ist eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird. Sie findet seit 1999 alle fünf Jahre statt, zuletzt im Jahr 2014.

Mehr bürgerschaftliches Engagement auf dem Land

Bei der Umfrage werden mittels Telefoninterviews freiwilliges Engagement und die Bereitschaft dazu erhoben. Die Befragungsergebnisse bilden aktuell die umfassendste quantitative Erhebung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland ab.

Laut FWS übernehmen demnach Bürgerinnen und Bürger zwischen 14 und 49 Jahren die meisten der freiwilligen Aufgaben. Fast die Hälfte dieser Altersgruppe übt eine ehrenamtliche Funktion aus. Viele Ehrenamtliche kommen aus der sogenannten Mittelschicht, sind berufstätig und gebildet. In kleineren Gemeinden und in ländlichen Gebieten engagieren sich mehr Menschen freiwillig als in der Großstadt.

Vom Naturschutz über denSport zum Rettungsdienst

Bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren sinkt der Prozentsatz der ehrenamtlich Aktiven auf 34 Prozent. Mögliche Ursachen sind zum einen der „Bereitschaftsdienst“ für vorhandene Enkelkinder. Zum anderen ist auch die mit dem Älterwerden oft schwächer werdende Gesundheit ein wichtiger Fakor, um ein Ehrenamt ausüben zu können.

Über die Hälfte der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer – darunter prozentual etwas mehr Männer als Frauen – spendet der Gemeinschaft rund zwei Stunden wöchentlich. 20 Prozent der zuletzt befragten Personen sind mehr als sechs Stunden in der Woche ehrenamtlich in Bereitschaft.

Der Sportverein belegt im Ehrenamt den Spitzenplatz. Erst danach folgen Schule, Kindergarten, Kultur sowie der soziale und kirchliche Bereich. Besondere Plätze nehmen bei den freiwilligen Tätigkeiten darüber hinaus der Natur- und Tierschutz, der Rettungdienst und die freiwillige Feuerwehr ein.

Ehrenamtlicher Einsatz im SoVD ist gelebte Solidarität

Auch der SoVD ist ein gutes Beispiel dafür, welche zentrale Bedeutung die Übernahme freiwilliger Aufgaben für eine große Gemeinschaft hat. Seit jeher ist das ehrenamtliche Engagement im Verband Ausdruck gelebter Solidarität und Hilfestellung für andere, insbesondere die Personengruppe benachteiligter Menschen.

Dabei ist es – neben der sozialpolitischen Interessenvertretung in den übergeordneten sozialpolitischen Gremien – insbesondere auch das ehrenamtliche Wirken in den Gliederungen, das den Verband erfolgreich und stark macht.

Verantwortungsbereitschaft und Empathie

Freiwilliges Engagement zeigt sich bei der unentgeltlichen Beratung in sozialrechtlichen Fragen und findet seinen Ausdruck ebenso in der Organisation des Miteinanders in den Orts- und Kreisverbänden. Die Verantwortungsbereitschaft und Empathie, die in diesem Einsatz zum Ausdruck kommen, heben die ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter im SoVD in ihrer Rolle heraus. Für viele sind sie Vorbilder – gerade deshalb, weil ihre ehrenamtliche Arbeit häufig unbeobachtet und ohne herausgehobene Würdigung stattfindet.

Zur Ausgabe Dezember 2016 der SoVD-Zeitung




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