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"Bäumchen wechsle dich" für Versicherte?

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Auch in einem Wald unübersichtlicher Versicherungsbeiträge sollte man sich nicht auf ein 'Bäumchen wechsle dich' einlassen. Schließlich geht es bei einer Krankenkasse auch um Service und Vertrauen. Foto: alexkich, fotolia

Zum Jahresbeginn haben viele gesetzliche Krankenkassen ihren Beitrag angehoben. Bezahlen müssen diese Erhöhung allein die Versicherten. Ihnen bleibt als Ausweg nur der Wechsel hin zu einer günstigeren Kasse. Dabei sollte man jedoch nicht nur aufs Geld achten, sondern auch den gebotenen Service sowie besondere Satzungsleistungen vergleichen. Also nur nichts überstürzen!

Wirklich gerecht geht es bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schon lange nicht mehr zu. Vor über zehn Jahren wurden sogenannte Zusatz- oder auch Sonderbeiträge eingeführt, die allein von den Versicherten bezahlt werden müssen. Davor galt als Grundprinzip eine paritätische Finanzierung, das heißt die Lasten wurden zu gleichen Teilen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer bzw. Rentner verteilt. Durch die Abkehr von diesem Prinzip müssen höhere Kosten im Gesundheitssystem allein von den Versicherten getragen werden. Der SoVD hat diese Form der Finanzierung von Anfang an als ungerecht und unsolidarisch kritisiert. Wiederholt forderte der Verband die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung – mit einer gerechten Lastenverteilung sowie ohne Zusatzbeiträge und ohne finanzielle Eigenanteile.

Leider ist die Situation für gesetzlich Versicherte seit Beginn dieses Jahres noch unübersichtlicher geworden. Seit Januar erheben zwei von drei Kassen einen höheren Zusatzbeitrag. Was den Beitragssatz angeht, gibt es innerhalb der GKV mittlerweile deutliche Preisunterschiede. So verlangt die günstigste Kasse derzeit 14,6 Prozent, die teuerste dagegen 16,3 Prozent. Da lohnt es sich durchaus, über einen Wechsel nachzudenken.

Zuvor gilt es aber erst einmal festzustellen, an welchem Ende der Preisskala sich die eigene Krankenversicherung derzeit befindet. Eine Übersicht der von den verschiedenen Kassen erhobenen Zusatzbeiträge ist beim GKV-Spitzenverband erhältlich. Auf diese Vergleichsliste muss Sie Ihre Krankenkasse übrigens hinweisen, falls sie plant, einen höheren Zusatzbeitrag zu erheben. Als gesetzlich Versicherter haben Sie in diesem Fall ein zweimonatiges Sonderkündigungsrecht, womit wir wieder bei der Frage des Wechsels wären.

Achten Sie nicht allein auf die Kosten, sondern stellen Sie sich auch die folgenden Fragen: Stimmen der Service und die Beratung? Bietet die Krankenkasse vielleicht besondere Satzungsleistungen an, zum Beispiel Naturheilverfahren? Gibt es ein attraktives Bonusprogramm? Wenn Sie derzeit gut versorgt sind, sollten Sie zumindest nicht übereilt kündigen – zumal auch Ihre „neue“ Kasse über kurz oder lang teurer werden könnte.

Info

Die erwähnte Vergleichsliste der einzelnen Zusatzbeiträge finden Sie im Internet unter www.gkv-zusatzbeitraege.de.

Zur Ausgabe 2016 der SoVD-Zeitung




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