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Immer mehr ältere Menschen sind verschuldet

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Die Zahl der Menschen, die im Alter verschuldet sind, ist stark angestiegen. Armut wird dabei zunehmend für ältere Frauen zur bitteren Erfahrung. Foto: Knipserin, fotolia

Die Zahl der Menschen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, ist gestiegen. Nach den Zahlen des aktuellen Schuldneratlasses, der Ende des letztes Jahres herausgegeben wurde, sitzen inzwischen 6,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahren in einer Schuldenfalle. Das macht eine Quote von 9,92 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil damit um 0,7 Prozent gestiegen.

Der Anstieg wirkt – auch vor dem Hintergrund der Meldungen über die sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Löhne – auf den ersten Blick moderat. Doch der Schein trügt. Die Entwicklung, die sich bei genauerer Analyse abzeichnet, ist alarmierend. Denn zu den dauerhaft verschuldeten Menschen gehören neben der Risikogruppe junger Menschen unter 30 Jahren immer mehr ältere Menschen.

So stieg die Schuldenquote im vergangenen Jahr bei den 60- bis 69-Jährigen um 12,4 Prozent. Bei den über 70-Jährigen stieg die Quote sogar um dramatische 35,4 Prozent. Über 600 000 Seniorinnen und Senioren sind betroffen.

Der SoVD warnt seit Jahren eindringlich vor den Folgen der Absenkung des Rentenniveaus und vor wachsender Altersarmut.

Vor dem Hintergrund zahlreicher Medienberichte zu der in diesem Jahr erwarteten Rentenanpassung erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer zuletzt im Oktober: „Nach den vielen Minianpassungen und Nullrunden haben die Rentnerinnen und Rentner diese Anpassung mehr als verdient. Aber auch die heute prognostizierten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Rentenerhöhung aufgrund eines Statistikeffekts eine Ausnahme bleiben dürfte. Zudem wird sich künftig der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel negativ auf die Anpassungen auswirken. Und insbesondere die Folgen der politischen Entscheidung, das Rentenniveau abzusenken, sind noch nicht absehbar.“

Auch in der Auftaktpressekonferenz der 20.?Bundesverbandstagung des SoVD im November warnte Bauer vor steigender Armut und sozialer Ausgrenzung. „Für viele Menschen in unserem Land ist Sozialabbau zu einer bitteren Erfahrung geworden. Der Fall in Hartz IV, materielle Einschränkungen, kräftige Zuzahlungen für Ältere und Behinderte.

Zudem wird die Verteilung gesellschaftlichen Reichtums zunehmend ungerechter“, sagte Adolf Bauer. Der SoVD-Präsident beklagte das verschobene Kräfteverhältnis zu Lasten sozial und ökonomisch Benachteiligter. Die steigende Zahl der Mitglieder im SoVD, der benachteiligte Menschen berät und vor den Sozialgerichten vertritt, zeige deutlich, dass es um den Staat nicht gut bestellt sei. Als Schwerpunkte dringenden Handlungsbedarfes zur Verhinderung von Armut benannte Bauer die Bereiche Rente, Gesundheit, Pflege, Arbeitslosigkeit, Grundsicherung und Schwerbehinderung.

Die Ergebnisse des Schuldneratlasses zeigen die deutliche Verbindung zwischen Überschuldung und sozialen Problemen wie Einkommensarmut und Langzeitarbeitslosigkeit auf. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang auch der deutliche Anstieg überschuldeter Frauen von 23,3 Prozent in den Jahren 2004 bis 2015.

Zur Ausgabe 2016 der SoVD-Zeitung




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