Sie befinden sich hier: Sozialverband Deutschland e.V. > Informieren > SoVD-Zeitung > Neues aus der SoVD-Zeitung > Ärztliche Versorgung aller stärken!


SoVD - Sozialverband Deutschland e.V. - Startseite

Ärztliche Versorgung aller stärken!

Hier die Beschreibung des Bildes

Rund 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und befreundeten Verbänden folgten der Einladung zum SoVD-Jahresempfang. Foto: Steffi Rose

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die aktuelle Gesundheitspolitik und die Notwendigkeit sozialpolitischer Reformen zum Schwerpunkt des diesjährigen Jahresempfangs gemacht. Knapp 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und von befreundeten Verbänden folgten der Einladung unter dem Titel „SoVD im Dialog“. Gastrednerin des Abends war Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, die in Vertretung des Bundesministers Hermann Gröhe aus dem BMG berichtete.

„Der Fokus der jetzigen Regierung bleibt bei den von ihr angekündigten Vorhaben und kehrt trotz großer Krisen und Konflikte nach Erledigung der dringlichsten Aufgaben zu den sozialpolitischen Aufgaben zurück“, stellte SoVD-Präsident Adolf Bauer, der die zahlreich vertretenen Gäste in den Konferenzräumen der Bundesgeschäftsstelle in Berlin begrüßte, zu Beginn seiner Rede anerkennend fest. Der SoVD-Präsident bezog sich dabei u.a. auf die konkreten Äußerungen von Bundesministerin Andrea Nahles beim Parlamentarischen Abend des Verbandes im Herbst letzten Jahres.

Entscheidungen im Gesundheitsministerium mit direkter Auswirkung

In Richtung von Staatssekretärin Widmann-Mauz betonte Bauer den Respekt und das Interesse des Verbandes an den Neuigkeiten aus dem Bundesgesundheitsministerium: „Die Vielzahl und Bandbreite der Aufgaben Ihres Ressorts machen einen Großteil unserer täglichen Arbeit aus. Nahezu alle Entscheidungen, die in Ihrem Hause getroffen werden, haben ganz unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in unserem Land.“

SoVD-Forderungen zur Verbesserung im Bereich der Pflege bekräftigt

Bauer bekräftigte die Forderung des Verbandes nach einer Schließung der Versorgungslücke bei der gesetzlichen Pflegeversicherung und einer besseren Versorgung der stark wachsenden Zahl demenziell erkrankter Menschen. Auch die Dringlichkeit des Ausbaus bedarfsgerechter Versorgungsstrukturen im Bereich der stationären Pflege, der einher gehen müsse mit verlässlichen Qualitätsstandards zur Sicherstellung hochwertiger häuslicher und stationärer Pflege, hob Bauer hervor. Er betonte außerdem die Notwendigkeit einer ursachenadäquaten und nachhaltigen Bekämpfung des Pflegekräftemangels.

Mindern der sozial bedingten Ungleichheit von Gesundheitschancen

In puncto Gesundheitspolitik sprach der SoVD-Präsident u.a. den Entwurf zum Präventionsgesetz an, dessen grundsätzliche Zielstellung der Verband ausdrücklich begrüße. Doch seien die vorgeschlagenen Maßnahmen aus SoVD-Sicht nur bedingt geeignet, gesundheitliche Risiken zu reduzieren und sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen zu vermindern.  

Als aktuellste gesundheitspolitische „Baustelle“ benannte Bauer die Sicherstellung der Versorgung von Patientinnen und Patienten durch entsprechende gesetzgeberische Maßnahmen. Diese habe vor allem vier Voraussetzungen zu erfüllen: Sie müsse bedarfsgerecht, qualitativ hochwertig, flächendeckend und medizinisch gut erreichbar sein. Hier gehe jedoch die Schere zwischen Überversorgung in einigen urbanen Zentren und der Unterversorgung in ländlichen Regionen immer weiter auseinander.

Gemeinsames Ziel der gesicherten ärztlichen Versorgung für alle

Der SoVD begrüße daher, dass sich jetzt der Bundestag mit dem ersten Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung befasse: „Der Entwurf sieht eine Vielzahl guter Einzelmaßnahmen wie etwa die Stärkung der Hausärzte und die Möglichkeit der Kommunen zur Gründung von medizinischen Versorgungszentren vor; die grundlegenden Reformen hin zu einer flächendeckenden bedarfsgerechten Versorgung fehlen jedoch unserer Auffassung nach noch!“

Annette Widmann-Mauz übermittelte zunächst die Grüße von Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Die Staatssekretärin betonte in ihrem Redebeitrag, dass die Sicherstellung einer guten medizinischen Versorgung „gut erreichbar in der Stadt und auf dem Land, hochwertig in den Praxen und Krankenhäusern, beim Haus- und Facharzt“, ein großes gemeinsames Ziel sei, welches die Bundesregierung und der SoVD teilten: „Darum freut es mich sehr, dass wir von Ihrer Seite große Unterstützung für das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erfahren.“

Die demografische Entwicklung, unterschiedliche Versorgungssituationen in Ballungszentren, in strukturschwachen und ländlichen Regionen sowie neue Behandlungsmöglichkeiten stellten neue Herausforderungen, denen man sich mit dem Gesetz stelle, so Widmann-Mauz weiter.

Als vorgesehene Maßnahmen zur Leistungsverbesserung nannte die Staatssekretärin unter anderem den Anspruch auf Einholung einer ärztlichen Zweitmeinung bei planbaren Operationen, die Schließung von Versorgungslücken beim Übergang vonb der stationären in die ambulante Versorgung durch einen stärkeren Einbezug der Krankenkassen sowie die Schaffung des Anspruchs auf Krankengeld ab dem Tag der ärztlichen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit.

Auch die Versorgung behinderter Menschen werde man verbessern, versprach Widmann-Mauz.

Nach den Redebeiträgen nutzten die Gäste die Gelegenheit zum intensiven sozialpolitischen Gedankenaustausch und Gespräch. So endete der Jahresempfang erst in den späten Abendstunden.

Zur Ausgabe 2015 der SoVD-Zeitung




>> Zum Seitenanfang