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"Die Vielfalt ist das Interessante an uns!"

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SoVD-Präsident Adolf Bauer gab sein Amt als Vorsitzender des DBR-Sprecherrates ab. Er dankte der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, für die gute Zusammenarbeit. Foto: Laurin Schmid

Zum Welttag der Menschen mit Behinderung lud der Deutsche Behindertenrat (DBR) nach Berlin. Rednerin war unter anderem die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, MdB (SPD). Der Vorsitz des DBR-Sprecherrates ging an Dr. Ilja Seifert vom Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland. Er unterstrich die Forderung nach Inklusion mit den Worten, es seien gerade unsere Unterschiede und unsere Vielfalt, die uns interessant machten.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte sich der Deutsche Behindertenrat (DBR) zur Frage der Beschäftigung behinderter Menschen geäußert (siehe Kasten rechts). In seiner Eröffnungsrede griff der scheidende Vorsitzende des DBR-Sprecherrates, Adolf Bauer, diese Kritik auf. Bauer sagte, Schwerbehinderte würden vom Aufschwung am Arbeitsmarkt abgekoppelt und hätten trotz hoher Qualifikationen meist das Nachsehen.

Laut Gesetz müssen Arbeitgeber mindestens fünf Prozent ihrer Stellen mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzen. Wer dies nicht tut, zahlt eine Ausgleichsabgabe. Rund jeder vierte Betrieb nutzt diese Abgabe jedoch dazu, sich von seiner Beschäftigungspflicht freizukaufen – in 37?000 Unternehmen in Deutschland arbeitet kein einziger Mensch mit Behinderung. Der DBR fordert daher, die Abgabe deutlich zu erhöhen, um so zu erreichen, dass die gesetzlich vorgegebene Beschäftigungspflicht eingehalten wird.

Lob äußerte Adolf Bauer dagegen in Richtung der neuen Bundesregierung. Diese stehe zu ihrem Wort und arbeite gemeinsam mit den Menschen mit Behinderung und ihren Verbänden. Zu dieser Zusammenarbeit bekannte sich auch Bundesministerin Andrea Nahles in ihrer Rede. Sie erklärte, der Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) sei gut und richtig. Dessen Weiterentwicklung werde ihr Ministerium auch im Jahr 2015 vorantreiben.

Einblick gewährte Nahles auch in ihre weiteren Vorhaben. So solle etwa die Eingliederungshilfe zu einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt werden, bei dem der Mensch im Mittelpunkt stehe. Ein Bundesteilhabegesetz, so versprach die Ministerin, solle im Laufe des Jahres 2016 verabschiedet werden.

Wünsche zu diesem Teilhabegesetz äußerte auch Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Sie verbinde damit die Hoffnung, dass behinderte Menschen in allen Lebenslagen selbst entscheiden und somit auch selbstbestimmt leben können.

Ähnlich äußerte sich der neue Vorsitzende des DBR-Sprecherrates, Dr. Ilja Seifert. Bezogen auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention forderte er, die Menschenrechte stärker als bisher in den Mittelpunkt zu rücken. Seifert beendete seine Rede mit einem Plädoyer für Inklusion: „Die Vielfalt ist das Gute an uns; die Unterschiede sind das Gute an uns; nicht, dass wir alle gleich sind, sondern dass wir alle unterschiedlich sind, das ist interessant.“

Zur Ausgabe 2015 der SoVD-Zeitung




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