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Rückzahlung und mehr erwirkt

Hier die Beschreibung des Bildes

Eisenpartikel beim Schweißen schädigen die Lunge. Foto: Kzenon / fotolia.

Die Luft wird für Herrn V. (Name der Redaktion bekannt) immer knapper. Seit mehreren Jahren leidet er an einer sogenannten Schweißerlunge. Die Lungenerkrankung wurde von der zuständigen Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit (BG) anerkannt, da der 59-Jährige jahrzehntelang als Schweißer gearbeitet hat und hierbei kleinste Eisenpartikel eingeatmet hat.

Mittlerweile ist das Lungengewebe so stark geschädigt, dass Herr V. auf die dauerhafte Sauerstoffgabe angewiesen ist. So trägt er ein mobiles Sauerstoffgerät in einem Rucksack jederzeit mit sich. Da die Einschränkungen immer mehr zunehmen, hat der Hausarzt Herrn V. geraten, eine Verschlimmerung seiner Schwerbehinderung zu beantragen.

Verschlimmerungsantrag der Schwerbehinderung

Mit diesem Anliegen suchte Herr V. das Sozialberatungszentrum des SoVD in Gifhorn auf. Hier schilderte er der Sozialberaterin Christine Scholz auch die Knochenschmerzen, die durch eine Osteoporose verursacht werden. Diese resultieren aus der wegen der Lungenerkrankung erforderlichen Kortisoneinnahme.

Die SoVD-Sozialberaterin schlug zunächst einen Antrag auf Verschlimmerung der Folgen der Berufskrankheit bei der Berufsgenossenschaft vor. Hierbei sollten auch die Folgen der Kortisoneinnahme geltend gemacht werden. Herr V. wurde daraufhin von der Berufsgenossenschaft zu einer Begutachtung eingeladen.

Christine Scholz riet Herrn V. weiterhin, hierzu auch einen Befundbericht des Klinikums Gifhorn mitzunehmen. „Der Bericht war zwar zwei Jahre alt, aber bereits zum damaligen Zeitpunkt zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Lungenfunktionswerte.“

Die Gutachterin der Berufsgenossenschaft stellte daraufhin eine erhebliche Verschlechterung der Lungenfunktion fest. Da Herr V. den alten Befundbericht vorgelegt hat, sprach die Gutachterin die Empfehlung aus, die Verschlechterung auch zwei Jahre rückdatiert anzuerkennen. Dem folgte die BG.

Anerkennung der Folgen der Berufskrankheit

Auch die Knochenentkalkung aufgrund der Kortisoneinnahme, verbunden mit chronischen Knochenschmerzen, wurde als Folge der Berufskrankheit anerkannt. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit wurde von 40 auf 60 Prozent erhöht. Dadurch erhielt Herr V. eine Rentennachzahlung von 25?993 Euro.

Da von der Gutachterin der BG zudem anerkannt wurde, dass Herr V. auf die dauerhafte Sauerstoffversorgung angewiesen ist, was nach dem letzten Kenntnisstand der BG noch nicht der Fall war, übernimmt die BG auch diese Kosten. „Bislang wurde die Sauerstoffversorgung von der Krankenkasse gezahlt, und dabei musste ich jeden Monat 40 Euro zuzahlen, da ich ein Gerät nutze, das nur dann  Sauerstoff abgibt, wenn ich Luft hole“,  erläutert V. Auch die Zuzahlungen wurden von der Berufsgenossenschaft zwei Jahre rückwirkend erstattet.

„Ohne die Hilfe des SoVD hätte ich das alles nie erreicht. Wenn ich mir überlege, dass ich die Beratungsstelle nur aufgesucht habe, um meine Prozente bei der Schwerbehinderung zu erhöhen und dann so viel für mich erzielt worden ist, woran ich niemals gedacht hätte, bin ich überglücklich!“ resümiert Herr V.

Zur Ausgabe 2014 der SoVD-Zeitung




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