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17 Millionen Tote und unermessliches Leid

Hier die Beschreibung des Bildes

Das Gebäude des Reichsbund der Kriegsbeschädigten, aus dem der Sozialverband Deutschland (SoVD) hervorging. Foto: Stiftung Stadtmuseum Berlin

In diesen Tagen jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Der Krieg, der im Nahen Osten, in Afrika, auf den Weltmeeren und in Europa geführt wurde, begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Er endete am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand zwischen Deutschland und den alliierten Siegermächten Frankreich, Großbritannien und den USA. Der Erste Weltkrieg kostete über 17 Millionen Menschen ? Soldaten wie Zivilisten ? das Leben und brachte auch den Hinterbliebenen unermessliches Leid.

Einen Krieg dieser Dimension hatte es zuvor noch nicht gegeben: Über 40 Staaten waren weltweit direkt oder indirekt am Kriegsgeschehen beteiligt. Unbekannt waren bis dato nicht nur die globale Ausdehnung des Kampfes, sondern auch das Ausmaß der Gewalteskalation und das "industrialisierte" Massentöten. Millionenheere mit damals neuen, modernen Waffen wie Panzern, schwerer Artillerie, Flugzeugen, U-Booten und Maschinengewehren wurden dazu eingesetzt. Auch den Einsatz von Giftgas hatte die Welt noch nicht gesehen. So wurde der Erste Weltkrieg von Zeitzeugen auch als  "Materialschlacht" mit verheerenden und unvorstellbaren Menschenverlusten beschrieben. 

Am Kriegsende stand eine ganze Generation von Witwen, von vaterlos aufwachsenden Kindern und von kriegsversehrten Heimkehrern. Auch die Hungersnot infolge des Kriegsgeschehens brachte Hunderttausende an Toten mit sich. 

Das unermessliche Leid, das der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verursachte, war der Anlass für die Gründung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, heute Sozialverband Deutschland (SoVD). Der ehemalige Reichsbund setzte sich vor allem für die Versorgungsansprüche der Opfer und Hinterbliebenen ein (siehe auch weiter unten).

Noch heute wirkt der Erste Weltkrieg als ein Krieg von historischer Tragweite in den politischen Strukturen Europas nach. Zum Jahrestag widmen sich zahlreiche Ausstellungen dem ersten großen Weltkrieg, u.?a. die zentrale Ausstellung des Deutschen Historischen Museums "1914?1918" in Berlin.

Wir dürfen nicht vergessen!

Liebe Mitglieder des SoVD, liebe Leserinnen und Leser der SoVD-Zeitung, in dieser Ausgabe gedenken wir des Ausbruchs des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren. 

Die Konflikte rund um den Erdball zeigen uns, dass wir nicht vergessen dürfen. Wir dürfen nicht vergessen, in welcher Dimension dieser Krieg Europa und die Welt erschüttert hat. Wir dürfen nicht vergessen, wie viele Menschen starben, schwer verletzt wurden und Not litten. Es ist unsere Pflicht, uns immer wieder mit den Ursachen und den Folgen dieses Krieges zu befassen. Wir schulden es jedem und jeder einzelnen Toten, allen Verletzten und schwer Traumatisierten. Wir schulden es all denjenigen, die ihre Kinder, ihre Ehemänner und Ehefrauen, ihre Freunde und ihr Hab und Gut verloren haben. Und nicht zuletzt schulden wir es auch kommenden Generationen! Denn nur in dem ständigen Bewusstmachen, wie schnell eine Katastrophe solchen Ausmaßes auch von uns Menschen selbst gemacht werden kann, können wir verhindern, dass so etwas jemals wieder geschieht! 

Sie alle wissen, dass der SoVD, ehemals Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer, in Folge des 1. Weltkrieges gegründet wurde. Anlass für die Gründung war u.?a., Versorgungsansprüche für die Opfer und Hinterbliebenen durchzusetzen. Neben dieser ganz praktischen Aufgabe, stand und steht der SoVD seit seiner Gründung jedoch auch für den Einsatz für Frieden. Ich bitte Sie daher, aus unserer leid- und schmerzvollen Geschichte zu lernen und sich auch als Mitglied des SoVD ganz aktiv in ihrer Umgebung als Botschafterinnen und Botschafter des Friedens und der Versöhnung einzusetzen.

Adolf Bauer, SoVD-Präsident

Zur Ausgabe 2014 der SoVD-Zeitung




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