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Bessere Hilfe für Menschen mit Demenz

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Menschen, die an Demenz erkrankt sind, gelten nach den bisherigen Kriterien nicht unbedingt als pflegebedürftig. Foto: Wissmann Design /fotolia

Seit mittlerweile zehn Jahren wird darüber diskutiert, wie Menschen mit einer demenziellen Erkrankung von Leistungen der Pflegeversicherung profitieren können. Damit dies möglich ist, muss endlich ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff umgesetzt werden, der nicht mehr nur körperliche Leiden berücksichtigt. Ein entsprechendes System zur Begutachtung, das auch Defizite aufgrund einer Demenzerkrankung erfasst, soll jetzt getestet werden.

Die Pflegeversicherung wurde 1995 eingeführt. Durch sie soll das Risiko einer eintretenden Pflegebedürftigkeit abgesichert werden. Wer einen Antrag auf Leistungen stellt, wird zunächst durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) begutachtet. Bisher wird zur Feststellung des Pflegebedarfs hierbei vor allem auf körperliche Defizite geschaut. Menschen mit einer demenziellen Erkrankung und deren Angehörige sind dagegen in ihrem Alltag sehr stark mit geistigen Defiziten konfrontiert. Nach der aktuell geltenden Definition gelten sie daher bisher nicht in dem gleichen Maße als pflegebedürftig. Aus diesem Grund wird bereits seit Jahren über eine neue Formulierung dieser Kriterien diskutiert. Bereits im Juni 2013 legte ein vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzter Expertenbeirat Vorschläge zur Ausgestaltung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes vor. Fast ein Jahr später soll nun mit der Umsetzung begonnen werden.

Ein entsprechend angepasstes System der Begutachtung pflegebedürftiger Menschen wird jedoch zunächst erst einmal getestet. Diese Erprobungsphase im ambulanten und stationären Bereich soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Ziel ist es, auf diese Weise einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen sowie die Höhe der Leistungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Aufwand zu ermitteln. Mit einer bundesweiten Einführung des neuen Systems rechnet Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) allerdings erst im Jahr 2017.

Sozialverbände kritisierten vor diesem Hintergrund die späte Umsetzung und forderten, den Betroffenen so schnell wie möglich zu helfen. Auch der SoVD beteiligt sich seit Jahren an der Diskussion um einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Der Verband fordert unter anderem, die Betreuung zu einer Regelleistung der Pflegeversicherung zu machen. In Deutschland erhalten derzeit rund zweieinhalb Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Zwei Drittel davon werden von Angehörigen oder Freunden zu Hause versorgt. Für sie wäre eine Umsetzung der SoVD-Forderung eine wichtige Entlastung.

 

 

Zur Ausgabe 2014 der SoVD-Zeitung




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