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Sozialpolitik im "Land des Lächelns"

Hier die Beschreibung des Bildes

In Tokio diskutierten Japaner und Europäer über die mögliche Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen.

Seit 2002 lädt das Büro des japanischen Premierministers regelmäßig junge Fachleute aus anderen Ländern nach Japan ein. Sie sollen den Austausch im sozialen Bereich fördern und internationale Netzwerke schaffen. In diesem Jahr wurden jeweils dreizehn Experten aus Dänemark, Großbritannien und Deutschland ausgewählt ? unter ihnen auch Fabian Müller-Zetzsche, Referent für Pflegepolitik beim SoVD-Bundesverband.

Die Reise dauerte vom 5. bis zum 19. Februar und wurde vom japanischen Zentrum für internationalen Jugendaustausch organisiert. Die erste Station des umfangreichen Programms war Tokio, einer Metropole mit über neun Millionen Einwohnern. Dort drehte sich auf einem Management-Forum zunächst alles um gemeinnützige Organisationen, sogenannte Non-Profit-Organisationen (NPO). Die Sozialexperten aus Japan und Europa widmeten sich in erster Linie der Frage, wie sich derartige Organisationen untereinander besser vernetzen könnten. Gleichzeitig wurde auch überlegt, wie die Zusammenarbeit mit den Bewohnern in der Kommune vor Ort und den Vertretern der privaten Wirtschaft verbessert werden könnte.

In kleinen Arbeitsgruppen tauschten die von weit her angereisten Fachleute und die Vertreter japanischer Organisationen schließlich ihre Praxiserfahrungen aus. Dabei erarbeiteten sie Vorschläge, wie die gemeinnützigen Organisationen und deren Rolle in der Gesellschaft insgesamt gestärkt werden könnten. Diese Ergebnisse wurden abschließend der japanischen Regierung vorgelegt.

Ein weiterer Schwerpunkt des internationalen Austauschprogramms bestand aus dem Besuch von drei verschiedenen Präfekturen. So werden die regionalen Verwaltungseinheiten in Japan bezeichnet. Dort beschäftigten sich die Fachleute mit sozialpolitischen Themen, gegliedert unter anderem in die Bereiche Jugend oder auch Menschen mit Behinderung. Der Vertreter des SoVD, Fabian Müller-Zetzsche, arbeitete in einer Fachgruppe zu Themen, die speziell ältere Menschen betreffen.

Sein Weg führte ihn in die Präfektur Tottori, die knapp 500 Kilometer östlich von Tokio liegt. Dort ist der demographische Wandel in Japan deutlich zu spüren: Mehr als jeder vierte Einwohner ist älter als 65 Jahre. Besonders stark leidet die ländlich geprägte Gegend unter der Abwanderung junger Menschen und unter dem Rückgang der Geburtenzahlen. In einigen Kommunen liegt der Anteil der über 65-Jährigen bereits bei über 30 Prozent. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildeten daher die Versorgungsstrukturen für pflegebedürftige Menschen,  insbesondere für Personen mit einer demenziellen Erkrankung. Beim Besuch verschiedener Pflegeeinrichtungen konnte sich Müller-Zetzsche auf diese Weise ein konkretes Bild von der Situation vor Ort machen.

Dem SoVD-Experten stand jedoch noch ein besonderes Erlebnis bevor: Er verbrachte einen ganzen Tag bei einer Gastfamilie, die ihn überaus herzlich aufnahm. Dieser ganz persönliche Einblick in die japanische Kultur und Gastfreundschaft bestätigte noch einmal die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit, die den Teilnehmern des Austauschprogramms in Japan entgegengebracht wurde.

Zur Ausgabe 2013 der SoVD-Zeitung




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