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Kein Grund zum Feiern

Hier die Beschreibung des Bildes

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland seit den Hartz-Reformen weiter gestiegen.

Vor zehn Jahren sollte der Arbeitsmarkt in Deutschland mit den Hartz-IV-Reformen umgekrempelt werden. Für Arbeitgeber und Wirtschaft hat sich die Reform ausgezahlt. Für Arbeitnehmer und Gesellschaft hat sich das Klima bedeutend verschlechtert. Die Angst vor dem sozialen Abstieg und Armut ist durch Hartz IV in der Mittelschicht angekommen.2002 stellte die Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder die Hartz-Reformen vor. Sie stellten die einschneidendste Reform des deutschen Sozialsystems seit 1945 dar.

Die Hartz-Reformen, besonders Hartz IV, haben unbestreitbar das Land verändert. Von Wirtschaft und Politik werden sie als Motor für die positive Wirtschaftsentwicklung und abnehmende Arbeitslosigkeit gefeiert. Das "deutsche Modell" wird gar den krisengeschüttelten europäischen Nachbarn als Heilmittel empfohlen. Dabei verschweigen die Befürworter allerdings gerne, welche negativen Veränderungen die Hartz-Reformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen und in der Gesellschaft erzeugt haben.

Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Die frühere Arbeitslosenhilfe wurde abgeschafft und das neue Hartz IV auf Sozialhilfeniveau herabgesenkt.

Es gibt keinen Berufs- und Qualifikationsschutz mehr.Arbeitslose werden durch Sanktionen und Angst vor Armut genötigt, jeden Job zu jedem Lohn anzunehmen.

Wer Hartz IV beantragen muss, muss seine Altersvorsorge und andere Rücklagen auflösen ? die Altersarmut ist vorgezeichnet.

Deutschland hat inzwischen den größten Niedriglohnsektor Europas. Jede zweite Einstellung ist befristet, Teilzeitarbeit, Leiharbeit und Minijobs haben stark zugenommen.

Die Zahl der Soloselbstständigen, hinter der sich oft Scheinselbstständigkeit verbirgt, hat sich verdoppelt.

Die Zahl der "Aufstocker", die aufgrund niedriger Löhne und Teilzeitjobs nicht von ihrem Lohn leben können und einen Zuschuss vom Jobcenter benötigen, wächst.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist durch Hartz IV kaum gesunken, die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten gar gestiegen.

Düstere Bilanz nach zehn Jahren Hartz-Reform

Zehn Jahre nach Einführung der Hartz-Reformen fällt die Bilanz mit Blick auf die allgemeine soziale Schieflage in unserer Gesellschaft düster aus. Hartz IV hat der Armut den Weg in die Mittelschicht geebnet. Die Angst vor dem sozialen Abstieg sitzt Arbeitnehmern im Nacken, falls sie ihren Arbeitsplatz verlieren sollten.

Der SoVD sieht deshalb das Ziel einer Arbeitsmarktreform in einer eigenständigen, teilhabeorientierten sozialen Mindestsicherung. Er fordert insbesondere eine Anhebung der Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld I sowie einen finanziellen Ausgleich der Übergänge vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II ("Hartz IV").

Zur Ausgabe 2012 der SoVD-Zeitung




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