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Begleitung auch auf dem letzten Weg

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Vor dem sprichwörtlichen "letzten Gang" am Lebensende sollte sich niemand alleine gelassen fühlen.

Es ist ein Thema, mit dem sich viele Menschen nur ungern auseinander setzen. Doch zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Um hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, hat der SoVD gemeinsam mit anderen Organisationen die "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen" erarbeitet. Träger sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, die Bundesärztekammer und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband.

In den zurückliegenden Jahren hat sich der SoVD immer wieder mit der Frage befasst, wie die Lebensqualität und die Würde eines Menschen auch in der letzten Phase seines Lebens sichergestellt werden können. Zu einem würdevollen Leben gehört selbstverständlich auch ein würdevolles Sterben. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Begleitung der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen in der letzten Lebensphase.

Vor allem Fortschritte im Bereich der Gesundheitsversorgung haben dazu geführt, dass wir alle im Durchschnitt ein immer höheres Lebensalter erreichen. Das ist ganz ohne Frage überaus erfreulich. Mit diesem Alterungsprozess sind jedoch auch Herausforderungen verbunden. So nimmt etwa die Zahl pflegebedürftiger und schwerstkranker Menschen innerhalb der Gesellschaft stetig zu.

Diesem Umstand widmen sich die zentralen Leitsätze der Charta. Danach haben schwerstkranke und sterbende Menschen Anspruch auf eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung. Darüber hinaus wird für jeden Menschen das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen gefordert. Er müsse "darauf vertrauen können, dass er in seiner letzten Lebensphase mit seinen Vorstellungen, Wünschen und Werten respektiert wird und dass Entscheidungen unter Achtung seines Willens getroffen werden". Zudem formuliert die Charta Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung der in der Palliativversorgung Tätigen sowie an die Forschung und an den Austausch über Ländergrenzen hinweg.

Bis Ende kommenden Jahres sollen die Leitsätze der Charta in verschiedenen Projekten umgesetzt werden. Das Themenspektrum reicht dabei von den palliativen Bedürfnissen demenziell Erkrankter bis zu Unterstützungsangeboten für Kinder und Jugendliche, die mit dem Tod eines nahe stehenden Menschen konfrontiert sind. Ein weiteres Projekt ("30 junge Menschen") stellen wir an dieser Stelle ausführlich vor.

Reden über die Endlichkeit des Lebens

Das Projekt "30 junge Menschen" widmet sich den Zielen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens. In Gesprächen mit sterbenden Patienten sammeln junge Heranwachsende wichtige Erfahrungen, um so eine eigene Haltung zum Lebensende und zum Tod entwickeln zu können.

Entwickelt wurde das Projekt von der Universität Witten / Herdecke und dem Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass wir alle Dank der modernen Medizin immer älter werden und langsamer sterben. Während sich ein Großteil der Menschen jedoch wünscht, zuhause zu sterben, sieht die Realität anders aus: Mehr als jeder Zweite beendet sein Leben in einer stationären klinischen Einrichtung. Das Sterben findet somit zum großen Teil im Krankenhaus und letztlich außerhalb der alltäglichen Erfahrungswelt von Patienten und Angehörigen statt. Hier setzt das Projekt "30 junge Menschen" an.

Studierende, Abiturienten und Auszubildende reden mit sterbenden Menschen und mit deren Angehörigen. Gemeinsam diskutieren sie über den Tod, über eigene Ängste und Erwartungen. Während dieses Prozesses werden die Mitwirkenden professionell betreut und erhalten psychologische Unterstützung. Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Gespräche im Hintergrund von einer Kamera begleitet werden. Aus den Aufzeichnungen soll im kommenden Jahr dann ein Kinofilm über die Erfahrungen der Beteiligten entstehen.

Zur Ausgabe 2012 der SoVD-Zeitung




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