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Bündnis für gute Pflege

Hier die Beschreibung des Bildes

Gemeinsamer Einsatz für gute Pflege (v. li.): Adolf Bauer (SoVD), Brigitte Döcker (AWO) und Annelie Buntenbach (DGB).

 "Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht mehr länger hinnehmen." Mit dieser unmissverständlichen Aussage wandten sich AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und SoVD-Präsident Adolf Bauer Mitte Februar an die Öffentlichkeit. Im Namen der insgesamt zehn Partner aus den Bereichen Selbsthilfe, Verbrauchervertretungen, Gewerkschaften, Berufsverbänden sowie Sozial- und Wohlfahrtsverbänden gaben sie die Gründung des Bündnisses für gute Pflege bekannt. Gemeinsames Ziel ist es, den verheerenden Stillstand in der Pflegepolitik zu thematisieren und die gemeinsamen Positionen kraftvoll nach außen zu tragen, um so den Druck auf die Politik zu erhöhen.

Vor dem eindrucksvollen Hintergrund der Bundespressekonferenz wies Adolf Bauer noch einmal auf die aktuelle Situation hin: Millionen Menschen in Deutschland seien täglich, ob als Betroffene oder als Angehörige, mit dem Thema Pflege konfrontiert. Von den rund 2,4 Millionen als pflegebedürftig anerkannten Menschen würden rund zwei Drittel zu Hause und ein Drittel in stationären Einrichtungen gepflegt. Im Namen der Bündnispartner mahnte Bauer dringende Verbesserungen an: "Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen erwarten, dass endlich eine umfassende Pflegereform auf den Weg gebracht wird. Insbesondere die mangelnde Unterstützung der häuslichen Pflege sowie die unzureichende Vereinbarkeit von Pflege und Beruf lasten auf den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Zudem benötigen pflegende Angehörige dringend bessere Entlastungsstrukturen."

Auf die Situation der Beschäftigten im Pflegebereich ging Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) näher ein. Sie sprach sich für eine Aufwertung der Pflegeberufe aus ? angefangen bei den Ausbildungsbedingungen, über die Arbeitsplatzgestaltung bis hin zu der Entlohnung. Buntenbach warnte explizit vor einer Billig-Pflege: "Wenn es nicht gelingt, die Pflege als Berufsfeld attraktiv umzugestalten, werden wir in Zukunft neben einer zunehmend unwürdigen Pflegesituation noch einen gigantischen Fachkräftemangel haben."

Auf die grundsätzliche Finanzierung der Pflegeversicherung ging Brigitte Döcker, Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO), näher ein. Sie sagte gute Pflege dürfe nicht zum Armutsrisiko werden. Die Ziele des Bündnisses für gute Pflege formulierte Döcker wie folgt: "Wir dürfen niemanden allein lassen, der auf die Solidargemeinschaft angewiesen ist. Die Finanzierung von Pflege darf nicht zu einseitiger Belastung der Versicherten führen, wie zum Beispiel durch Kopfpauschalen oder private Zusatzversicherungen." Stattdessen müsse die Finanzierung solidarisch und paritätisch erfolgen. Hierfür sollten alle Personengruppen und Einkommensarten in die Pflegeversicherung einbezogen sowie die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden."

SoVD-Präsident Adolf Bauer wies auch die von der Bundesregierung geplante Pflegereform als unzureichend zurück. Gemeinsam mit den Partnern des Bündnisses für gute Pflege schloss er sich damit der im Rahmen einer Anhörung des Bundesgesundheitsministeriums von zahlreichen Verbänden geäußerten Kritik an. Bauer wörtlich: "Eine Mini-Reform wird die grundlegenden Probleme nicht lösen."

Zur Ausgabe 2012 der SoVD-Zeitung




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