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Pflege - Mehr Geld von der Pflegekasse

Mehr Geld von der Pflegekasse

(Stand: 12/2011)

Leistungen der Pflegeversicherungen steigen zum 1. Januar 2012

Zum 1. Januar 2012 werden die meisten Leistungen der Pflegeversicherung erhöht. Mit der Anhebung der Leistungen ist die dreistufige Erhöhung abgeschlossen, die im Pflegeweiterentwicklungsgesetz 2008 beschlossen wurde.

Die im Pflegeweiterentwicklungsgesetz 2008 beschlossene Erhöhung der Pflegeleistungen war vor allem eine Reaktion auf die fortschreitende Entwertung der Leistungen der Pflegeversicherung zwischen 1995 und 2007 durch den nicht erfolgten Ausgleich der Inflation. Die Erhöhungen zum 1. Januar 2012 erfolgen automatisch durch die jeweilige Pflegekasse. Es ist nicht nötig, einen neuen Antrag zu stellen.

Im Folgenden sind die Erhöhungen der verschiedenen Leistungen einzeln dargestellt.

Pflegegeld

Das Pflegegeld erhalten pflegebedürftige Menschen für selbstbeschaffte Pflegehilfen im häuslichen Umfeld je Kalendermonat.

                          aktuell     ab 1.1.2012

Pflegestufe I         225 ?       235 ?
Pflegestufe II        430 ?       440 ?
Pflegestufe III       685 ?       700 ?

Pflegesachleistung

Pflegesachleistungen erhalten pflegebedürftige Menschen für durch ambulante Pflegedienste bzw. Einzelpflegekräfte bei häuslicher Pflege erbrachte Leistungen je Kalendermonat.

                        aktuell      ab 1.1.2012

Pflegestufe I          440 ?       450 ?
Pflegestufe II      1.040 ?    1.100 ?
Pflegestufe III     1.510 ?    1.550 ?
Härtefall             1.918 ?    1.918 ?

Verhinderungspflege

Für die häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson (z. B. durch Erholungsurlaub oder Krankheit) übernimmt die Pflegekasse die entstehenden Kosten für bis zu vier Wochen im Kalenderjahr in Höhe von maximal:

Bisher: 1.510 ?      Ab 1.1.2012: 1.550 ?

Tages- und/oder Nachtpflege

Als Ergänzung oder zur Stärkung der häuslichen Pflege können Leistungen der Tages- und/oder Nachtpflege in stationären Pflegeeinrichtungen genutzt werden.  Dafür stehen je Kalendermonat zur Verfügung:

                         aktuell     ab 1.1.2012

Pflegestufe I          440 ?      450 ?
Pflegestufe II      1.040 ?    1.100 ?
Pflegestufe III     1.510 ?    1.550 ?

Kurzzeitpflege

Für die vollstationäre Pflege von kurzer Dauer, also etwa im Anschluss an eine stationäre Behandlung oder wenn wegen sonstiger Krisensituationen häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich ist, übernimmt die Pflegekasse die entstehenden Kosten für bis zu vier Wochen im Kalenderjahr in Höhe von maximal:

Bisher: 1.510 ?      Ab 1.1.2012: 1.550 ?

Vollstationäre Pflege

In Fällen, in denen häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich ist, oder aus anderen Gründen nicht in Frage kommt, zahlt die Pflegekasse für die Pflege in vollstationären Einrichtungen pauschale Beiträge je Kalendermonat.

                          aktuell     ab 1.1.2012

Pflegestufe I        1.023 ?    1.023 ?
Pflegestufe II       1.279 ?    1.279 ?
Pflegestufe III      1.510 ?    1.550 ?
Härtefall              1.825 ?    1.918 ?

Was sagt der SoVD zur Erhöhung der Pflegeleistungen?

Grundsätzlich begrüßt der SoVD die Anhebung der Sachleistungsbeträge. Allerdings reicht die Anhebung nicht aus, die erheblichen Kaufkraftverluste der Pflegeleistungen zwischen 1995 und 2007 auszugleichen.

Um zukünftig weitere Kaufkraftverluste der Pflegeleistungen zu verhindern, fordert der SoVD eine regelmäßige Anpassung an die Inflation. Die Höhe der Pflegeleistungen muss zukünftig jährlich an die allgemeine Preisentwicklung angepasst werden. Eine ab 2014 alle drei Jahre durchzuführende ergebnisoffene Prüfung der Anpassung der Pflegeleistungen durch die Bundesregierung, wie sie mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz 2008 eingeführt wurde, ist aus Sicht des SoVD nicht ausreichend.

Darüber hinaus kritisiert der SoVD erneut, dass die Erhöhung der Pflegeleistungen nicht zu einer Angleichung der Sachleistungen bei ambulanter Pflege an die Leistungen für vollstationäre Pflege genutzt wurde. Der im Pflegeversicherungsgesetz formulierte Vorrang der häuslichen Pflege bleibt so weiter Theorie.

Bei Einzelfragen wenden Sie sich bitte an Ihre SoVD-Beratungsstelle. Die Anschriften der SoVD-Landes- und Kreisverbände erfahren Sie auch auf unserer Internetseite unter www.sovd.de.

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