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Wettbewerb "20 Jahre Deutsche Einheit" - Chronik des Mauerfalls

Hier die Beschreibung des Bildes

Foto: Kumm / dpa
Die Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor war das Symbol der Teilung eines ganzen Volkes. Durch eine friedliche Revolution machten die Menschen 1989 deutlich, was wirklich zählt: Wir sind das Volk!

Am 7. Mai 1989 werden in der DDR Kommunalwahlen durchgeführt. Laut offiziellen Angaben haben 98,5% für die Listen der "Nationalen Front" gestimmt. DDR-Bürgerrechtlern gelingt es erstmals, durch organisierte Auszählungskontrollen nachzuweisen, dass die offiziellen Wahlergebnisse gefälscht sind. Am 27. Juni 1989 zerschneiden die Außenminister von Ungarn und Österreich in einem gemeinsamen Akt den Stacheldraht an der ungarisch-österreichischen Grenze. Am 19. August 1989 findet dort das Paneuropäische Picknick statt. In einem symbolischen Akt wird das Grenztor für drei Stunden geöffnet. Mehr als 600 DDR-Bürger nutzen die Gelegenheit zur Flucht über die Grenze. Trotz des bestehenden Schießbefehls greifen die ungarischen Grenzsoldaten nicht ein. Hunderte DDR-Bürger suchen in diesem Sommer Zuflucht in den westdeutschen Vertretungen in Prag, Budapest, Warschau und Ostberlin. Am 11. September öffnet Ungarn die Grenze für DDR-Bürger. Innerhalb von drei Tagen reisen 15 000 Ostdeutsche über Österreich in die Bundesrepublik. Im September 1989 formiert sich das Neue Forum (NF), die erste landesweite Oppositionsbewegung außerhalb der evangelischen Kirche. Innerhalb der Oppositions- und Reformbewegung bilden sich weitere Vereinigungen: "Demokratie Jetzt" und "Demokratischer Aufbruch ? sozial, ökologisch". Die Flüchtlingszahlen in den Botschaften steigen weiter an. Mehr als 6000 Flüchtlinge harren dort unter katastrophalen humanitären und medizinischen Zuständen aus. Am Rande der UN-Vollversammlung verhandelt der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher mit den Außenministern der UdSSR, der DDR, der Tschechoslowakei und Polens. Er erwirkt die Ausreiseerlaubnis für die Flüchtlinge. Die DDR-Führung stellt die Bedingung, dass die Ausreise mit Sonderzügen über das Territorium der DDR erfolgen muss. Am Abend des 30. Septembers verkündet Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag die Ausreisegenehmigung für die Botschaftsflüchtlinge in Prag und Warschau. Ein paar Tage später kommt es in Dresden zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, als sich am 4. Oktober 3000 Dresdner auf dem Hauptbahnhof Zutritt zu den Zügen verschaffen wollen. Am 9. Oktober 1989 demonstrieren 70 000 Menschen in Leipzig. Die Sicherheitskräfte ziehen sich zurück und versuchen nicht, die Demonstration zu unterbinden. Seit dem 4. September 1989 finden in Leipzig jeden Montag Demonstrationen statt, Anfang Oktober weiten sich die Proteste auf Berlin, Dresden, Plauen, Jena und Potsdam aus. Im Mittelpunkt stehen zunächst Forderungen nach Reise-, Presse- und Versammlungsfreiheit, Ende des Jahres werden die Rufe nach der Wiedervereinigung Deutschlands lauter. Am 4. November 1989 nehmen über 500 000 Menschen an einer Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz teil. Die offiziell angemeldete und genehmigte Veranstaltung wird zu einer machtvollen Demonstration gegen das SED-Regime. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 fällt die Berliner Mauer: Unter dem Druck von Tausenden DDR-Bürgern öffnen sich die Schlagbäume. Nach 28 Jahren sind die Grenzübergänge nach Westberlin und zur Bundesrepublik wieder geöffnet. Eine ausführliche Auflistung der Ereignisse finden Sie im Internet unter www.stiftung-aufarbeitung.de/20_Jahre/chronik.php




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