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01.08.2008 - Klaus Kalinna

01.08.2008 - Leserbrief von Klaus Kalinna

Fotowettbewerb zum Thema Jung und Alt

Im Zusammenhang mit Ihrem Fotowettbewerb schreibe ich hier noch meine Gedanken zu 'JUNG & ALT' nieder, was auch als Leserbrief zu diesem Thema betrachtet werden kann. Ich versuche seit 30 Jahren, dieses Thema auch im Wohnbereich anzubringen. Einen Durchbruch in dieser Beziehung konnte ich nicht erreichen. Meine Erkenntnis aus Gesprächen ist, dass grundsätzliche Familienprobleme, oder die Angst davor, diese Projekte scheitern lassen. Generationenkonflikte entstehen m. E. aber nicht alleine in den Familien. Generationenkonflikte entstehen m. E. durch unausgewogene und unsoziale Politik unserer Regierungen. Aufklärung tut not. Solange eine Familie nur durch Doppelverdiener überleben kann, ist das Sozialsystem geschädigt und unausgewogen und sorgt für Unmut und oftmals soziales Abrutschen der Kinder. Ach, ich könnte noch so viel schreiben, wie ich es schon vor etlichen Jahren, auch an Regierungen, getan habe. Einiges ist doch von meinen damaligen Argumenten, wenn auch spät, zum Teil übernommen worden. Ein Beispiel: Das Einfamilienhaus ist lange OUT ? es lebe das 'Mehrgenerationenhaus' für mindestens 2 Familien. Der Zeitraum zwischen den Generationen beträgt ca. 30 Jahre (Großeltern ~90, Eltern ~60, Kinder ~30, Enkel ~0).Die Gründe, die auch Kosten sparen, liegen auf der Hand. Die derzeitige Tatsache: Eine junge Familie (~30) baut sich das lang ersehnte Einfamilienhaus, geräumig mit entsprechenden Kinderzimmern. Die Kinder werden älter und wollen so ab ca. 15 Jahren einen eigenen Intimbereich haben, müssen i. d. R. durch die elterliche Wohnung. Dann sind sie über 18 und benötigen weitgehend eigene Wohnräume. Was bleibt, ist Auszug aus dem Haus, die Eltern sitzen nun oftmals auf 150 bis 200 m² Wohnfläche, sind auch älter geworden, und die Bewirtschaftung der gesamten Immobilie wird unerträglich, wenn nicht unmöglich. Die Alternative: Das Mehrfamilienhaus in Einfamilienhausgröße, Wohnungsgrößen nach Bedarf und sorgfältiger Vorplanung [z. B. ca. 200 m², mit Hauptwohnung 100 bis 140 m², mit Einliegerwohnung(en) 50/50 bis 60 m² und Extraeingängen] schafft unvergleichbare Vorteile. Die junge Familie (30) nimmt Elternteile (60), sofern sie wollen, in die Einliegerwohnung(en) oder nutzt sie als Büro oder vermietet sie oder? Später wohnen Kinder ab 18 bis ca. 30 in der Einliegerwohnung. Nach Gründung einer eigenen Familie ziehen die Eltern in die Einliegerwohnung, und die junge Familie beginnt in der Hauptwohnung von vorn. Der Kreis schließt sich. Natürlich sind immer die tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen, Anzahl der Kinder (Immobilienverteilung), Lebenserwartung der Älteren, usw. Selbstverständlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten und Streitpunkte, das bringt die Weiterentwicklung der Gesellschaft so mit sich. Aber das ist in einer intakten Familie oder Großfamilie wichtig und auch üblich und lässt sich immer lösen nach dem Motto: Neues wird mithilfe der Erfahrung von Altem gebaut. Klaus Kalinna




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